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Chronik Österreich
04/08/2022

Ärztekammer-Wahl: Bisheriger Präsident holt mit fusionierten Listen absolute Mehrheit

Die Ärztekammerwahl am Freitag in Salzburg brachte der fusionierten Liste des bisherigen Ärztekammerpräsidenten Karl Forstner Platz 1.

Am Freitag ist in Salzburg der Reigen der Ärztekammerwahlen in den Bundesländern zu Ende gegangen. Die vor der Wahl fusionierten Listen VAS (Vereinte Ärzte Salzburg) und WGS (Wahlgemeinschaft Spitalsärzte) rund um Langzeitkammerpräsident Karl Forstner haben dabei (über die vier Wahlsektionen verteilt) 23 der 33 Mandaten errungen. Die große Unbekannte - die neue Liste „Zukunft Medizin“, der auch einige Anhänger der impfkritischen MFG angehörten - kam auf drei Mandate.
Die Liste „Die Unabhängigen - Freie Ärzte und Wahlärzte“ kam auf sechs Sitze, die Primarärzte der Liste „Leistung und Verantwortung, überparteiliche Liste leitender Krankenhausärzte“ - auf ein Mandat.

48 Prozent Wahlbeteiligung

Rund 3.400 Ärzte waren am Freitag zur Wahl ihrer Standesvertretung aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 48 Prozent. Die konstituierende Vollversammlung der Ärztekammer Salzburg findet am 19. Mai statt. Dann werden Präsident und Vizepräsident mit einfacher Mehrheit für die nächsten fünf Jahre gewählt. Alles andere als eine weitere Amtszeit des Spitalsarztes Forstner, der das Amt seit 2007 innehat, wäre eine Überraschung. Aus dem Kreis der neun Landespräsidenten wird am 24. Juni der Präsident oder die Präsidentin der Österreichischen Ärztekammer  gewählt.

Die Kurien unterteilen sich bei den Spitalsärzten in die zur selbstständigen Berufsausübung berechtigten Ärzte und die Ärzte in Ausbildung (Turnusärzte). Bei den niedergelassenen Ärzten wählen zum einen die Allgemeinmediziner und zum anderen die niedergelassenen Fachärzte.

Im Vorfeld der Wahl hatte vor allem das Auftreten der Liste „Zukunft Medizin“ für Spannung gesorgt. Sie kritisierte die Ärztekammer nicht nur als verlängerten Arm der Politik, sondern umfasste neben Impfbefürwortern auch impfkritische Ärzte, die der Partei MFG nahestehen. Auch jener Mediziner aus dem Salzburger Tennengau, der im Vorjahr mit der Verschreibung des Anti-Wurmmittels Ivermectin für Corona-Patienten in die Schlagzeilen gekommen ist, fand sich auf der Liste.

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