┬ę APA/GERT EGGENBERGER

Chronik ├ľsterreich
12/03/2020

"Babyelefant" ist Wort des Jahres

Unwort des Jahres ist "Coronaparty". Spruch des Jahres wurde "Schleich di, du Oaschloch".

"Babyelefant" ist das ├Âsterreichischen Wort des Jahres 2020. Mit gro├čem Abstand landete das Symbol f├╝r den Mindestabstand zur Vermeidung einer SARS-CoV-2 Infektion auf dem ersten Platz. "Das Wort hat mittlerweile Eingang in die Alltagssprache gefunden, vielfach mit einem Augenzwinkern", teilte die Jury mit. 3.720 von 7.742 abgegebenen Stimmen bekam das fiktive R├╝sseltier - damit fast 50 Prozent.

Auf dem zweiten Platz folgt schon "Corona" selbst, die Kurzbezeichnung f├╝r das Virus als "das bestimmende Thema des Jahres 2020" begr├╝ndete die Fachjury unter Leitung von Rudolf Muhr von der Gesellschaft f├╝r ├ľsterreichisches Deutsch" (GS├ľD) die Wahl, die in Kooperation mit der APA - Austria Presse Agentur erfolgte. Auf Platz drei landete das mehrdeutige "verbl├╝meln", laut Jury ein "ironisches Wortspiel mit dem Namen des derzeitigen Finanzministers Gernot Bl├╝mel in der Bedeutung 'besch├Ânigen', 'idealisieren', 'f├╝r dumm verkaufen', aber auch 'beim Budget verrechnen'".

Unwort des Jahres

Um einiges knapper ging es 2020 beim Unwort zu, wiewohl auch hier das Virus mit im Spiel war. Der Sieg ging an die "Coronaparty", "als Bezeichnung f├╝r das Beisammensein von Menschengruppen, die sich trotz der staatlich verordneten Ausgangssperre in privaten oder ├Âffentlichen Umgebungen treffen". Ein Begriff, der in den Medien mehrheitlich in einem negativen Kontext Verwendung fand, im Privatbereich jedoch auch in verharmlosenden bis ironisierenden Zusammenhang - eine Ambivalenz, die zum ersten Platz verhalf, und somit "Social Distancing" hinter sich auf Platz zwei verwies. Rang drei gab es f├╝r das vielseitig verwendbare "coronabedingt", laut Jury ein "harmlos scheinender Begriff, der eine gewisse Unausweichlichkeit ausdr├╝ckt".

In die Vergangenheit weist das Jugendwort des Jahres, n├Ąmlich "Boomer" als Bezeichnung f├╝r die Generation der Babyboomer, also "jene, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der 1960er-Jahre auf die Welt gekommen sind", erl├Ąutert die Jury. Mit der Phrase "Ok, Boomer" seien Jugendliche in der Lage, mit nur zwei Worten "ihre Sicht im derzeitigen Generationenkonflikt auszudr├╝cken", hie├č es in der Begr├╝ndung. Mit "lost" schaffte es ein Schl├╝sselwort f├╝r "ein Sich-nicht-Auskennen, v├Âlliges Danebenstehen, Ratlosigkeit bzw. unentschlossenes Verhalten" auf den zweiten Platz.

Spruch des Jahres

Zum rot-wei├č-roten Spruch des Jahres wurde das "Schleich di, du Oaschloch" eines unbekannten Wieners, der diesen jenem Terroristen in Wien nachrief, der am 2. November vier Menschen get├Âtet und zahlreiche weitere verletzt hat. "Wir werden auch in ├ľsterreich bald die Situation haben, dass jeder irgendjemanden kennt, der an Corona verstorben ist" schlie├čt den Kreis und wurde zum Unspruch des Jahres gek├╝rt worden. Das Wort des Jahres 2019 war ├╝brigens "Ibizia", das Unwort "b'soffene G'schicht", "Schweigekanzler" und "Datenschutzgrundverordnung" im Jahr davor.

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