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Chronik Österreich
09/07/2021

Auch für LH Wallner ist ein Lockdown für Geimpfte ausgeschlossen

Für den Vorarlberger VP-Landeschef müssen Ungeimpfte damit rechnen, dass Schutzmaßnahmen vor allem sie treffen.

von Christian Willim

Am Mittwoch werden die Länder und der Bund bei einem Corona-Gipfel die weitere Strategie für den Herbst besprechen. Am Tag vor dem Treffen zeigt sich Vorarlbergs VP-Landeshauptmann Markus Wallner auf Linie von Bundeskanzler Sebastian Kurz - vor allem, was den Umgang mit Ungeimpften betrifft.

Kurz hatte im ORF-Sommergespräch am Montagabend erklärt, dass es „sicherlich keine Lockdowns“ mehr für Geimpfte geben werde. Einschränkungen werde es gegebenenfalls nur für Ungeimpfte geben.

„Man muss schon damit rechnen – und ich halte es auch für richtig -, dass wenn Schutzmaßnahmen ergriffen werden, dass primär die Ungeimpften in der Gruppe sein werden, die diese Maßnahmen zu tragen hat“, erklärte Wallner bei einer Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung.

"Bei den Ungeimpften hinschauen"

Für ihn ist klar, dass auch bei steigenden Zahlen "nicht ein Lockdown für alle das Ergebnis sein kann.“ In so einem Fall werde man vielmehr "prinzipiell bei den Ungeimpften hinschauen müssen".

Seine Haltung könne nicht überraschen, so der Landeshauptmann, der darauf verwies mit dem Vorarlberger Modell - dem Vorreiter der 3-G-Regel - schon im Frühjahr einen möglichen Weg als Alternative für Lockdowns eingeschlagen zu haben.

„Ich glaube nicht, dass der Ausweg Lockdown heißt. Der Ausweg heißt Impfung. Bevor wir überhaupt an Lockdown denken, werden wir darüber nachdenken müssen, für wen denn das alles gilt“, legte Wallner seine Sicht dar.

Bei der Debatte um die 1-G-Regel bezieht der Landeschef ebenfalls Stellung. Da wurde zuletzt heißt darüber diskutiert, ob Geimpfte gegenüber Genesenen beim Zutritt zu gewissen Bereichen bevorzugt werden können. Denn Experten verweisen darauf, dass Menschen mit überstandener Infektion sogar einen besseren Schutz vor der Delta-Variante haben können als Geimpfte.

Kein Zutritt mit Antikörpertest

Ein Antikörpertest als Nachweis für diesen Status kommt für Wallner nicht in Frage. Für ihn sei klar, „dass die Antikörpertests keine rechtliche Relevanz haben. Das heißt, die Antikörpertestung wird nicht irgendwie da oder dort einen Eintritt geben.“ Es werde zudem auch "nicht handelbar sein, noch eine vierte Möglichkeit einzuführen.“

Zudem seien auch "Genesene mit einem weiteren Stich ein Teil der Lösung." Dass Geimpfte Vorteile genießen müssen, liegt für ihn auf der Hand. Auch weil die Bevölkerung für den dritten Stich motiviert werden müsse, sei es wichtig zu sagen, "dass wir keinen Lockdown für die Geimpften wollen. Sonst wird man sich überlegen, ob man sich überhaupt weiter impfen lässt, wenn null Vorteile entstehen.“

Über kurz oder lang sieht Wallner das Aus für Wohnzimmertests und generell eine Kostenpflicht für Corona-Tests kommen, wie sie etwa von Apotheken angeboten werden. „Es muss sich jeder darauf einstellen: Den Gratistest um die Ecke wird es a la longue nicht mehr geben können. Auf Dauer Gratistests ist keine Strategie, die ich teile.“

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