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Chronik Österreich
11/14/2019

Amokfahrt durch Graz: Wohin die Spenden für die Opfer flossen

Vier Jahre nach der Wahnsinnstat mit drei Toten und mehr als 100 Verletzten löste die Stadt Opferfonds auf.

von Elisabeth Holzer

Drei Todesopfer. 108 Verletzte. Und 105.350 Euro als Spenden für die Opfer des Täters. Müsste man die Amokfahrt von Graz mit Ziffern beschreiben, dann wären es diese. Am Donnerstag veröffentlichte die Stadt Graz den Rechenschaftsbericht über jenen Hilfsfonds, der direkt nach dem 20. Juni 2015 gegründet wurde: Demnach gab es 407 Privatspenden, die 31.698 Euro brachten sowie Sammelaktionen von Firmen oder Vereinen, aus denen 73.652 Euro kamen.

Das Geld kam jenen Menschen zu Gute, die von der Amokfahrt des damals 26-jährigen Alen R. durch die Grazer Innenstadt betroffen waren - sei es als verletzte Opfer oder geschockte Passanten, die sich gerade noch rechtzeitig mit Sprüngen zur Seite retten konnten.

 

Der Fonds finanzierte damit 229 Therapiestunden miteinem Wert von rund 22.000 Euro. Beglichen wurden mit den Spenden auch Selbstbehalte und Beihilfen (12.100 Euro). Der größte Anteil floss in Unterstützung schwerst betroffener oder tramatisierter Passanten, rund 71.000 Euro. Damit wurden laut Rechenschaftsbericht Erholungsaufenthalte oder Musikinstrumente bezahlt, die für Therapien nötig waren.

Der Fonds wurde nach der Auszahlung der letzten Mittel offiziell aufgelöst. Amokfahrer Alen R. wurde (rechtskräftig) zu lebenslanger Haft verurteilt - wegen dreifachen Mordes und 108-fachen Mordversuches. Die Geschworenen im Grazer Straflandesgericht befanden 2016, dass der Angeklagte zurechnungsfähig war und sprachen ihn schuldig. Damit folgten sie der Auffassung eines Psychiaters und einer Psychologin, die R. als "kaltherzig, berechnend und gefühllos" beschrieb.

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