Historischer Kern samt Goldenem Dachl sind Hauptmagnet für Touristen

© TVB Innsbruck / Christof Lackner

Chronik Österreich
04/26/2019

Altstadt wird zur Großbaustelle

In der Innsbrucker Altstadt müssen Leitungen aus der Monarchie ersetzt werden. Das soll drei Jahre dauern. Die Wirtschaft stöhnt

von Christian Willim

Donnerstagvormittag in Innsbruck: Karin Seiler-Lall, Chefin des Stadttourismus, präsentiert eine neue Gästekarte. Die wird Urlaubern die Türen zu Attraktionen in der ganzen Region und weit darüber hinaus öffnen. Mit dem Ausflugsangebot soll Innsbruck zu einem Dreh- und Angelpunkt für Tirol-Urlauber und deren Aufenthaltsdauer gesteigert werden.

Zur gleichen Zeit in der Zentrale der Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB): Dort werden Pläne präsentiert, die von Tourismus-, Gastronomie- und Handelsbetrieben in der Altstadt als Hiobsbotschaft gewertet werden. In Teilen durchgesickert sorgt das Vorhaben seit Tagen für Unruhe bei Wirtschaftstreibenden und Anrainern.

Keine Totalsperre

Denn der historische Kern mit dem Stadtwahrzeichen Goldenes Dachl – Hauptanziehungspunkt für Städteurlauber – wird voraussichtlich über drei Jahre hinweg zu einer Großbaustelle. „Es gibt sicher keine Pläne, die Altstadt für zwei bis drei Jahre komplett zu sperren“, versuchte IKB-Vorstand Helmuth Müller kursierende Gerüchte zu entkräften.

Fest steht: Das Leitungsnetz in der Altstadt ist mehr als sanierungsbedürftig. „Es geht primär um die Trinkwasserversorgung und daran anschließend die Stromversorgung“, erklärt Müller. Beides stammt noch aus Zeiten der Monarchie. Die gusseisernen Wasserrohre sind zum Teil 130 Jahre alt. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt eigentlich nur 80 Jahre.

Was passiert, wenn so eine Leitung bricht, zeigte sich 2016 auf der Hallerstraße. Bei einem Wasserrohrbruch wurde eine der Hauptverkehrsachsen der Stadt großflächig überflutet. In den engen Gassen der Altstadt käme das einer Katastrophe gleich.

Baustart im Jahr 2021

Über den Fahrplan der Sanierung war man sich in der Stadtregierung zunächst nicht einig. Bürgermeister Georg Willi (Grüne) wollte eigentlich bereits im kommenden Jahr starten, wie er eingestand. Schließlich einigte man sich in der Koalition auf einen Baustart 2021.

„Es betrifft immer nur einen Teil der Altstadt“, war auch Willi um Beschwichtigung bemüht. Mit einem Beteiligungsprozess soll bis kommendes Jahr geklärt werden, wie die Bauarbeiten für alle Betroffenen möglichst erträglich über die Bühne gebracht werden können.

„Es bedarf Lösungen, damit die Wirtschaft nicht den Schaden erleidet, den sie befürchtet“, sagte Tourismusstadtrat Franz Gruber (ÖVP), der darauf hinwies, dass die Altstadt auch in der Bauzeit zugänglich bleibt: „Die Besucherströme müssen gelenkt, betreut und erhalten werden.“

Bis zu 40.000 Besucher

An einem durchschnittlichen Tag besuchen fast 19.000 Menschen die Altstadt. Während des Christkindlmarkts sind es bis zu 40.000 – 60 Prozent davon Touristen. „Es ist wichtig, dass die Bergweihnacht gesichert ist“, betonte Wirtschaftsstadträtin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck). Der Event, ein enormer Wirtschaftsfaktor, soll von der Bautätigkeit unberührt bleiben.

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