Rauchverbot für Unter-18-Jährige fix

Smoke break
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Die Landesjugendreferenten haben entschieden: Das Alterslimit beim Rauchen wird von 16 auf 18 Jahren angehoben.

Lange wurde diskutiert, aber nun ist es fix: Jugendliche unter 18 Jahren dürfen in Zukunft nicht mehr zur Zigarette greifen. Das Schutzalter beim Rauchen wird von 16 auf 18 Jahren angehoben. Dazu haben sich die Landesjugendräte bei einer zweitägigen Konferenz in Krems durchgerungen. Mitte 2018 soll das neue Alterslimit für den Kauf von Zigaretten in Kraft treten, in Kombination mit einem Maßnahmenpaket zur Prävention.

In Österreich greifen je nach Umfrage (2015) zehn bzw. 16 Prozent der 15-Jährigen täglich zur Zigarette. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich dieser Anteil bei den 15-jährigen Schülern allerdings halbiert. Damit liegt Österreich etwa im EU-28-Durchschnitt.

 

VP-Familienministerin Sophie Karmasin erklärte, dass Österreich einen wichtigen Schritt für die Gesundheit setzt. Dass man sich nun für eine Beschlussempfehlung für Rauchen ab 18 Jahren durchgerungen hat, sei wichtig für die Gesellschaft.  Österreich sei neben Belgien und Luxemburg das letzte Land in Europa, in dem Rauchen ab 16 erlaubt ist. "Wir sollten also den anderen Ländern folgen", sagte Karmasin. Österreich sei "Europameister" bei jugendlichen Rauchern. In der Frage der Jugendgesundheit gehe es aus Bundesländersicht auch darum, eine glaubwürdige Position einzunehmen, meinte Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). In jungem Alter zu rauchen sei schädlich und bewirke eine noch schlimmere Abhängigkeit.

Neben der Anhebung des Schutzalters von 16 auf 18 Jahre beim Nikotinkonsum kamen die Jugendlandesräte überein, an der Harmonisierung der Jugendschutzbestimmungen zu arbeiten. Die Empfehlung geht nun in die Landtage, wo die Anhebung umgesetzt werden soll. Die Interessenvertretung der Trafikanten hätte bereits erklärt, den Beschluss zu unterstützen und selbst Präventivmaßnahmen zu ergreifen.

Rauchverbot für Unter-18-Jährige: Klare Einigung der Bundesländer

Statistik

Anhebung der Altersgrenze für Tabakkauf reduziert Rauch-Häufigkeit

Eine Anhebung des Mindestalters für den Kauf von Zigaretten bringt in etwa eine 30-prozentige Verringerung des Zigarettenkonsums in der betroffenen Altersgruppe. Das geht aus internationalen Literaturrecherchen österreichischer Experten der MedUni Graz hervor.

So wurde in Großbritannien im Oktober 2007 das Alterslimit 16 auf 18 Jahre erhöht. In einer wissenschaftlichen Studie stellte sich in der Folge heraus, dass der Anteil der Raucher unter den 16- bis 17-Jährigen nach dem Verbot von 23,7 auf 16,6 Prozent zurückging, immerhin ein Minus von rund 30 Prozent. Auch bei 11- bis 15-Jährigen kam es zu einer Reduktion des Raucheranteils um ein Drittel.

Internationale Erfahrung

In Schweden wurde 1997 ein Rauchverbot für unter 18-Jährige eingeführt. In Untersuchungen an 40.000 Schülern (zwölf bis 16 Jahre alt) wurde ein Effekt erst nach neun Jahren bei den 15- bis 16-Jährigen aus ländlichen Regionen entdeckt. Ein weiteres Beispiel war die US-Stadt Needham (Massachusetts). Dort wurde 2005 das Alterslimit für den Verkauf von Tabakprodukten von 18 auf 21 Jahre erhöht. In einer wissenschaftlichen Untersuchung zeigte sich unter 16.000 Personen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren ein Abfall der Raucherquote von 13 auf sieben Prozent, was ein Minus um 46 Prozent bedeutete. In angrenzenden Regionen ohne, die nicht von der Regelung betroffen waren, reduzierte sich der Anteil nur von 15 auf zwölf Prozent. Rauchen unter Jugendlichen Foto: APA

Die Forscher vom Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung der MedUni Graz sind sich zwar nicht sicher, dass die Anhebung des Alterslimits für den Kauf von Zigaretten in Österreich einen ähnlichen Effekt haben wird, aufgrund der internationalen Erfahrungen sei ein solcher aber eigentlich zu erwarten.

Österreich befindet sich im Durchschnitt

Aktuelle Daten aus Österreich zeigen, dass der Anteil der Raucher bei den österreichischen Jugendlichen von einem im Europa-Vergleich ehemals gehaltenen Spitzenplatz in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Laut einer Umfrage der Österreichischen Krebshilfe unter mehr als 3.000 Schülern in Oberösterreich rauchten dort 2005 noch 20 Prozent regelmäßig, also mindestens drei Zigaretten täglich. 2014 waren es nur elf Prozent.

Im jüngsten OECD-Bericht "Health at a Glance 2016" wird für Österreich ein Anteil der Raucher bei den 15-jährigen Mädchen von 14 Prozent und bei den Buben von 15 Prozent angegeben (2013/2014). Damit befindet sich Österreich exakt im EU-Durchschnitt.

(KURIER/APA / jk) Erstellt am
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