Ohne Trendwende werden die Intensivstationen √ľberlastet

© LKH Hall/Gerhard Berger

Chronik √Ėsterreich

Erstmals seit sechs Monaten unter 1.000 Corona-Hospitalisierte

Die Neuinfektionen lagen am Freitag deutlich unter 1.000. Nicht nur die Zahl der Hospitalisierten, auch die 7-Tages-Inzidenz ist weiter gesunken.

von Kevin Kada, Laura Schrettl

05/14/2021, 11:05 AM

Am Freitag wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden 887 Neuinfektionen in √Ėsterreich gemeldet. Damit lagen die Neuinfektionen bereits zum vierten Mal in dieser Woche unter 1000.

Bisher sind in √Ėsterreich seit Ausbruch der Pandemie 10.455 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben. Von den insgesamt 635.780 positiven Testergebnissen, sind 612.523 wieder genesen. 

Weniger als 1.000 Menschen im Spital 

Auch die Zahl der Menschen im Spital ist erstmals seit sechs Monaten unter 1.000 gefallen. Zuletzt war dies am 21. Oktober der Fall, am heutigen Freitag sind es 992 (minus 54) Personen, von denen 322 intensivmedizinisch betreut werden, ein Anstieg von sechs in 24 Stunden.

Beachtlich ist im Wochenvergleich der R√ľckgang bei den Intensivpatienten, denn ein Minus von 95 bedeuten 22,8 Prozent weniger, die Zahl der Krankenhauspatienten sank sogar um 28,8 (minus 402).

    Neuinfektionen in den Bundesländern:

    • Burgenland: 17
    • K√§rnten: 70
    • Nieder√∂sterreich: 114
    • Ober√∂sterreich: 132
    • Salzburg: 34
    • Steiermark: 149
    • Tirol: 81
    • Vorarlberg: 79
    • Wien: 211

    7-Tages-Inzidenz sinkt weiter 

    Auch die 7-Tages-Inzidenz ist weiter gesunken. Aktuell liegt sie bei 78,2 F√§lle pro 100.000 Einwohner, sie lag vor einer Woche noch bei 112, der Sieben-Tage-Schnitt der Neuinfektionen lag da noch bei 1.421 F√§llen.

    Damit ist die 7-Tages-Inzidenz seit Montag unter 100 - das war davor ebenso zuletzt Ende Oktober der Fall. 

    Nur mehr Vorarlberg bei 7-Tages-Inzidenz √ľber 100 

    Am Freitag lagen s√§mtliche Bundesl√§nder mit Ausnahme von Vorarlberg unter 100. Das L√§ndle, wo schon Mitte M√§rz √Ėffnungsschritte aus der Corona-Klammer gesetzt wurden und die Gastronomie bis 20.00 Uhr aufsperren durfte, hielt am Freitagnachmittag bei einer Inzidenz von 138,7.

    Die 1,9 Millionenstadt Wien, wo Gastro und Hotellerie eben so wie in den weiteren Bundesl√§ndern erst am kommenden Mittwoch wieder ihre T√ľren √∂ffnen, lag demgegen√ľber bei 72,5 und damit unter dem √Ėsterreich-Schnitt (78,8). Am Besten stand das Burgenland mit 39,1 da, Nieder√∂sterreich hielt bei 57,3, Salzburg bei 64,5, Ober√∂sterreich bei 79,6 und K√§rnten bei 86,6. Knapp unter der Benchmark von 100 lagen Tirol und die Steiermark mit 97,0 bzw. 98,4.

    Obwohl diese Zahlen auf eine Entspannung hindeuten und angesichts des anstehenden Lockdown-Endes am 19. Mai optimistisch stimmen, sollte nicht vergessen werden, dass die Regierung den strikten Lockdown urspr√ľnglich erst bei einer Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner beenden wollte. Dieses Ziel wurde noch im J√§nner ausgegeben, im weiteren Verlauf aber aufgegeben.

    R-Zahl österreichweit auf 0,80 gesunken

    Dadurch ist auch die effektive Reproduktionszahl in √Ėsterreich weiter gesunken und liegt nun bei 0,80 nach 0,85 in der vergangenen Woche, wie aus dem Freitagsupdate von Agentur f√ľr Gesundheit und Ern√§hrungssicherheit (AGES) und TU Graz hervorgeht. Auch in Vorarlberg liegt die Reproduktionszahl jetzt unter dem kritischen Wert von 1,0.

    Das westlichste Bundesland war in der Vorwoche das einzige, wo dies noch nicht der Fall gewesen ist. Eine Reproduktionszahl von 1,0 bedeutet, dass pro Fall ein neuer Fall generiert wird, womit eine endemische Verbreitung der Infektion vorliegt. Eine Aussage √ľber das Niveau der t√§glichen Inzidenz l√§sst sich daraus jedoch nicht machen. Liegt sie unter 1, sinken die Infektionszahlen.

    Aktuelle Entwicklungen

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    Neue Fälle nach Alter

    W√§hrend in der ersten und zweiten Welle vor allem √§ltere Menschen betroffen waren, wurden in der dritten Welle auch viele Jugendliche infiziert. Das liegt zum einen in einer massiven Ausweitung der Testungen - seit Februar werden √Ėsterreichs Sch√ľler via Antigen-Test auf das Coronavirus getestet. 

    Und zum anderen an der weiten Verbreitung der britischen Virusvariante, die deutlich ansteckender ist. 

    Zur Grafik: Klicken Sie auf die einzelnen Altersgruppen, um sie ein- und auszublenden.

    Impfstatus in √Ėsterreich und international

    Seit 27. Dezember wird auch in √Ėsterreich geimpft. Der Impfstart gab vielen Menschen Hoffnung, bald wieder in ihr altes Leben zur√ľckkehren zu k√∂nnen. Doch bis die Impfung auch eine kritische Masse erreicht, ist noch etwas Geduld gefragt. 

    Das zeigen die t√§glich ver√∂ffentlichten Impfzahlen des Gesundheitsministeriums, die seit Mitte J√§nner tagesaktuell ver√∂ffentlicht werden. Die derzeit kommunizierte Zahl zeigt jedoch nicht den pr√§zisen Stand der aktuell geimpften Personen, sondern lediglich einen "N√§herungswert". 

    Hospitalisierungen in √Ėsterreich

    Ma√ügeblich f√ľr etwaige weitere Ma√ünahmen gelten vor allem die Spitalskapazit√§ten. Grob gesagt gilt hier die 100-10-1-Regel: Von 100 infizierten Menschen m√ľssen rund 10 hospitalisiert werden, einer davon landet auf der Intensivstation - und das meist gleich f√ľr mindestens 10 Tage. 

    Wie die Bettenkapazit√§ten in Spit√§lern in den einzelnen Bundesl√§ndern aussieht, das zeigt die folgende Grafik. 

      Die folgende Grafik zeigt die 7-Tages-Inzidenz f√ľr ganz √Ėsterreich, heruntergebrochen auf Bezirksebene.

      Die sogenannte Inzidenz gilt als wichtiger Richtwert in der Pandemiebekämpfung. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner an. Die 14-Tages-Inzidenz wird herangezogen, um langfristige Tendenzen besser darstellen zu können.

      In Deutschland etwa liegt die zul√§ssige Obergrenze bisher bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. In √Ėsterreich ist eine solche Grenze nicht genau definiert. In der Corona-Ampel wird eine Region auf Rot gestellt, wenn es eien "hohe kumulative 7-Tages-Inzidenz relativ zur Bev√∂lkerungsgr√∂√üe" gibt. 

      Todesf√§lle in √Ėsterreich

      Corona-Hotspots in √Ėsterreich

      Folgende Grafik zeigt t√§glich die neuen F√§lle gerechnet auf 100.000 Einwohner - gereiht nach Bezirk. 

      Anmerkung: Bei Bezirken unter 100.000 Einwohnern sind die F√§lle statistisch hochgerechnet um eine Vergleichbarkeit zu gew√§hrleisten. Die in dieser Kategorie angegebenen Neuinfektionen m√ľssen also nicht den tats√§chlichen F√§llen entsprechen. 

      Testungen und Anteil positiver Tests

      Steigen die Zahlen nur, weil wir mehr testen? Diese Frage besch√§ftigte vor allem im Sommer die Corona-sensibilisierte √Ėffentlichkeit. Eine Antwort darauf kann die Positivrate bei den Testungen liegen. War diese im Sommer bei rund f√ľnf Prozent, so landete sie im Herbst bei bis zu 25 Prozent. W√§ren steigende Neuinfektionszahlen nur auf vermehrte Tests zur√ľckzuf√ľhren, d√ľrfte sich der Anteil positiver Tests eigentlich nicht √§ndern. 

      Klicken Sie in die Kurve, um die genauen Anzahl der t√§glich neuen Testungen zu sehen. 

      Internationaler Vergleich

      Acht Monate nach Beginn der weltweiten Corona-Pandemie findet sich √Ėsterreich im weltweiten Spitzenfeld des Infektions-Geschehens wieder.

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