Chronik | Österreich
07.11.2017

5 vor 12 am Semmering: Neues Tragseil lässt hoffen

Behörde erteilt strenge Auflagen für den Skibetrieb am Zauberberg. Die Frist endet am 30. November.

Für das traditionsreiche Skigebiet vor den Toren Wiens ist es fünf Minuten vor zwölf. Weil das Amt der Steiermärkischen Landesregierung, wie berichtet, wegen grober technischer Mängel die Sperre der gesamten Beschneiungsanlage per 30. November angedroht hat (der Bescheid liegt dem KURIER vor), ist derzeit am Zauberberg Feuer am Dach. Die ukrainischen Eigentümer der Bergbahnen und Panhans-Hotelgruppe versuchen derzeit, alle Auflagen fristgerecht zu erfüllen – auch jene der Seilbahn-Behörde. Am Dienstag wurde zu diesem Zweck das neue Tragseil für die Kabinenbahn am Hirschenkogel vom Seilbahnhersteller Doppelmayr/Garaventa angeliefert und mit der Montage begonnen. Die notwendigen Kollaudierungsunterlagen für die Abnahme im Verkehrsministerium gibt es allerdings erst dann, wenn die mehr als 150.000 Euro für das neue Seil auch am Tisch liegen.

Nachdem die angekündigten Millionen-Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau des Weltcup-Skigebiets am Zauberberg ausgeblieben sind, geht es für die ukrainischen Betreiber nun um das wirtschaftliche Überleben. Bei einer Verhandlung und technischen Überprüfung der Landesregierung von Speicherteich und Beschneiung wurden "sicherheitsrelevante Mängel" an der gesamten elektrischen Anlage festgestellt. Für die Erfüllung aller Auflagen wird mit Kosten von mehreren zehntausend Euro gerechnet. Bei einem Lokalaugenschein des KURIER am Dienstag wurde an der Verlegung neuer Versorgungsleitungen für die Beschneiung gearbeitet. Auch mit der Montage des Tragseils für die Gondelbahn wurde begonnen.

Scharfe Kritik

Semmerings Bürgermeister Horst Schröttner zweifelt keine Sekunde daran, dass die Lifte rechtzeitig zu Saisonbeginn in Betrieb gehen. Alles andere wäre für die Region verheerend. Über das Vorgehen der Behörde ist der Bürgermeister schwer enttäuscht: "Das Land Steiermark kommt nach sieben Jahren darauf, dass der Beschneiungsteich und die Anlagen kollaudiert werden müssen. Warum hat man sieben Jahre geschlafen?", so Schröttner. Laut den Betreibern der Bergbahnen ist der Betrieb gesichert.