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Chronik Österreich
09/04/2019

30 Millionen Euro für Klimafonds statt Plabutsch-Gondelbahn

Ein wesentliches Projekt der Grazer Stadtregierung wird nicht mehr kommen - zumindest nicht in dieser Legislaturperiode bis 2022.

Eine Gondelbahn auf den Grazer Plabutsch wird es vorerst nicht geben. Wie Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) am Mittwoch bekannt gab, wird das Projekt der schwarz-blauen Grazer Stadtregierung nicht in dieser Legislaturperiode bis 2022 umgesetzt werden. Stattdessen wolle man 30 Millionen Euro in einen Klimaschutzfonds fließen lassen.

Das Vorhaben einer Gondelbahn auf den 754 Meter hohen Berg im Grazer Westen hatte die Parteien im Stadtparlament und in der Regierung entzweit: Die eine Seite - Grüne, KPÖ, SPÖ, Neos - war gegen das Projekt, die damit verbundenen Baumfällungen und die kolportierten Kosten von bis zu 40 Millionen Euro.

++ HANDOUT ++ RENDERING: STEIERMARK / GRAZER WESTEN BEKOMMT GONDELBAHN ÜBER DEN PLABUTSCH ZUM THALERSEE

Die Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ hingegen wollte damit das Naherholungsgebiet Plabutsch-Thalersee attraktiver machen und hatte sogar von einer Infrastrukturmaßnahme für Pendler gesprochen.

Aktuelle Pläne

Das Naherholungsgebiet Plabutsch und Thalersee soll dennoch weiterentwickelt werden, zudem soll die Öffi-Linie nach Thal verdichtet werden. Auf den Plabutsch soll ein kleiner Wasserstoff- oder E-Bus fahren. Details dazu würden gerade geklärt und könnten binnen zwei Monaten präsentiert werden, sagten Nagl und sein Vize Mario Eustacchio (FPÖ). Für die Neugestaltung des Restaurants am Thalersee seien die Gespräche recht gut gelaufen, erklärte der Bürgermeister.

Nummer eins bei Klimainnovationen

Mit dem Klimaschutzfonds soll Graz nun zur „Klimainnovationsstadt Nummer Eins" in Österreich werden, betonen Nagl und Eustacchio. Die Initiative zur Schaffung des Fonds ergänze die schon gesetzten Klimaschutzmaßnahmen wie das Murkraftwerk, den Tram-Ausbau, die Ökobusflotte oder den Ausbau des Fernwärmenetzes. Für den Fonds soll ein Klimaschutzbeauftragter für fünf Jahre bestellt, sowie ein entsprechender Fachbeirat einberufen werden. Der Fonds soll über die aktuelle Gemeinderatsperiode hinaus existieren.

Laut Eustacchio werde man die entsprechenden Green-Tech-Unternehmen einladen. Nagl sagte, diese sollten zusammen mit der Stadt Maßnahmen entwickeln, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Ganz will man von den Gondelbahn-Plänen aber nicht abrücken. „Wir sind nach wie vor überzeugt, dass die Plabutsch-Gondelbahn eine gute Idee ist und werden die Verfahren abschließen - etwa die Umweltverträglichkeitsprüfung im Jahr 2020. In dieser Periode wird das Projekt aber nicht mehr umgesetzt und auch keine Volksbefragung dazu abgehalten“, sagte Nagl.

Später sollen die Bürger einbezogen werden. „Wenn das Vorhaben kommt, dann gibt es eine Befragung“, so der Bürgermeister.