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Chronik Österreich
07/17/2020

27 Millionen Stück Schmuggel-Zigaretten beschlagnahmt

Bereits im Oktober 2018 stellte der Salzburger Zoll 64 Paletten sicher. Fall wurde jetzt erst publik gemacht.

Dem Salzburger Zoll ist Mitte Oktober 2018 ein schwerer Schlag gegen eine international agierende Zigarettenschmugglerbande gelungen. In einem Logistiklager bei Hallein stellten die Ermittler 64 Paletten mit 136.046 Stangen Zigaretten sicher. Wie das Finanzministerium am Freitag mitteilte, wurden die insgesamt mehr als 27 Millionen Stück Zigaretten in den vergangenen drei Tagen nun vernichtet.

Die Stangen verschiedener Marken waren mit Warnhinweisen in kyrillischen Schriftzeichen und ukrainischen Steuerbanderolen versehen. Getarnt waren die palettierten Kartons als Baumaterial - als Inhalt waren etwa Mineralwolle aus Polen und Gipskartonplatten angegeben. Wie Untersuchungen später ergaben, stellten sich die Zigaretten zum überwiegenden Teil als lizenzierte Markenprodukte internationaler Zigarettenhersteller heraus, die in der Ukraine produziert wurden. Nur ein geringer Teil waren Fälschungen.

Großteil sollte nach Großbritannien gehen

"Indizien sprechen dafür, dass der überwiegende Teil des Lagerinhaltes für Großbritannien bestimmt war, wo der Schwarzmarkt für Tabakprodukte die dortigen Zollbehörden seit Jahren nachhaltig beschäftigt", teilte das Ministerium mit. "Die intensiven Erhebungen der Salzburger Zöllner ergaben auch, dass in der Lagerhalle bereits in der Vergangenheit Zigaretten umgeladen und ausgeliefert oder an unbekannte Abnehmer abgegeben worden sind."

Für die Ermittler war rasch klar, dass die Bande international organisiert war. Die Täter - überwiegend serbischer Herkunft - hätten üblicherweise Kühlfahrzeuge mit slowenischen Kennzeichen benutzt, um die Schmuggelware in polnischen Verpackungen zu tarnen und in die EU zu schmuggeln. Um die Lieferung noch mehr zu verschleiern und mögliche Kontrollen zu vereiteln, wurden zusätzlich auch immer einige Paletten anderer, weniger auffälligere Waren mitgeführt - etwa Kartoffelchips oder ukrainische Einmachgläser. Im Verlauf des Transportes wurden die Zigaretten auch umgeladen und weiter verteilt.

Hauptverdächtige auf der Flucht

Die Zollbehörden gehen davon aus, dass das "Kartell" auch mit weiteren Delikten wie Geldwäsche und Drogenhandel in Zusammenhang steht. Die Machenschaften der Bande hätten sich dabei nicht auf Österreich beschränkt, sondern sich auch auf andere EU-Mitgliedsstaaten erstreckt. Die Täter dürften dabei nach wie vor in Europa aktiv sein, die Hauptverdächtigen sind allerdings flüchtig. Sie werden mit EU-Haftbefehl gesucht. In Österreich drohen ihnen für den aufgeflogenen Zigarettenschmuggel neben Freiheitsstrafen von bis zu vier Jahren auch Geldstrafen von bis zu 1,5 Millionen Euro.

"Durch den Schmuggel dieser Zigaretten wurden 5,9 Millionen Euro Abgaben hinterzogen", erklärte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) in der Aussendung. Jeder ehrliche Händler in Österreich entrichte hingegen seine Steuern ordnungsgemäß. "Die Kriminalität rund um Zigaretten und Tabak bringt Ländern EU-weit Jahr für Jahr hohe Ausfälle an Steuern und Abgaben ein." Der Zoll setzte sich in der Betrugsbekämpfung daher täglich für Steuergerechtigkeit ein.

Dem Zugriff vor bald zwei Jahren sind laut der Medieninformation Observationen im Rahmen monatelanger, akribischer Ermittlungsarbeiten vorausgegangen. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, habe man bisher von einer Veröffentlichung des Funds abgesehen.

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