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Chronik | Österreich
05/13/2019

2.000 Taxler wollen diese Woche streiken

Am Donnerstag will die Branche auf die Straße – ohne Taxameter, aber für die Sache

2.000 Taxifahrer werden sich laut Demo-Organisator Irfan Kuna am Donnerstag in Wien in der Arbeiterstrandbadstraße versammeln. Im gemeinsamen Konvoi geht es dann zu Rathaus, Parlament und weiter auf den Heldenplatz. Grund für die Protestaktion ist das geplante Einheitsgesetz für die Branche.

Alle brauchen einen Taxischein

Die neue Regelung soll dem Groll, den die Taxler gegen Fahrdienstvermittler wie Uber hegen, ein Ende setzen. Die Vertreter der Taxi-Branche sind aber offenbar besorgt, ob die Neuerung tatsächlich wie angekündigt umgesetzt wird. Geplant ist, dass bald alle Fahrer – egal ob für Taxis, Uber, Fahrtendienste oder Limousinenservices – einen Taxischein machen müssen.

Dazu braucht es ein einwandfreies Leumundszeugnis, das Mindestalter von 20 Jahren sowie eine positiv absolvierte Prüfung. Die Anforderungen, um den Taxischein zu bekommen, wurden 2018 verschärft. Fahrer müssen seitdem Deutschfähigkeiten und die Absolvierung eines Erste-Hilfe-Kurses nachweisen. Die größte Neuerung ist aber wohl die Vereinheitlichung der Preise. Uber dürfte die Fahrten dann nicht mehr – wie bisher – günstiger als Taxis anbieten.

Die Sparte „Transport“ in der Wiener Wirtschaftskammer bestätigte dem KURIER, dass die Demo am Donnerstag angekündigt sei. Beteiligen wolle man sich daran aber nicht. Man wisse lediglich, dass der Protestzug stattfinden solle.

Chaos vermeiden

Der Veranstalter erklärte unterdessen, dass bei insgesamt drei Kundgebungen, die die Taxler nach der gemeinsamen Protestfahrt in die Stadt abhalten wollen, auch einige Politiker sprechen werden. Konkrete Namen wurden noch nicht genannt.

Um Chaos zu vermeiden, werde absichtlich nur ein kleiner Teil der Demo-Teilnehmer in die Innenstadt fahren. Dass die Teilnehmerzahl bei der Demo tatsächlich an die angekündigte Marke herankommen könnte, zeigt ein Beispiel auch dem vergangenen Jahr. Damals organisierte Irfan Kuna mit seinem Verein „Global“ ebenfalls eine Protestaktion zu diesem Thema, an der über 1.000 Taxler teilnahmen.

Die Lenker wollen zwar kein Chaos verursachen, wer Verspätungen aber vermeiden will, sollte folgende Route ab 12.30 Uhr meiden: Arbeiterstrandbadstraße – Wagramer Straße – Reichsbrücke– A22 bis zur Praterbrücke – Ring – Südosttangente – S1 – Filmteichstraße.

Birgit Seiser