Oberösterreichs Flagge über Jerusalemer Altstadt symbolisiert gute Beziehungen mit Israel

© Atzenhofer Wolfgang

Chronik Oberösterreich
11/30/2019

„Zeit des Messias ist noch nicht da“

Friedenslicht: Die einzigartige Aktion aus Oberösterreich wird im konfliktträchtigen Israel mit Dankbarkeit quittiert

von Wolfgang Atzenhofer

Über dem berühmten österreichischen Pilgerhospiz in der muslimischen Altstadt von Jerusalem war in den vergangenen Tagen die Flagge Oberösterreichs aufgezogen. Ein Symbol und eine Ehrenbekundung für die seit 33 Jahren organisierte Friedenslichtaktion. Nach der jüngsten Eskalation im Konflikt zwischen Israel und der Extremistenorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen kam der Friedensmission heuer eine besondere Bedeutung zu.

Die elfjährige Victoria Kampenhuber aus Enns, die in Begleitung von 160 oö. Pilger und einer von Landeshauptmann Thomas Stelzer angeführten Delegation das Friedenslicht in der Geburtsgrotte in Bethlehem in Empfang nahm, wurde mit größtem Interesse empfangen. Erst vor zwei Wochen sind 450 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgeschossen worden. Sogar in Tel Aviv holten seit Jahren wieder Sirenen die Menschen in die Schutzkeller. Die politsche Situation im wirtschaftlich prosperierenden Land ist durch die gescheiterten Regierungsverhandlungen instabil. Die Sehnsucht nach Frieden sei riesig, sagt Fremdenführerin Naomi Ehrlich. Aber: „Die Zeiten des Messias sind noch nicht da. Hoffen muss man immer.“

Empfang

Und so empfingen heuer sowohl der Gouverneur von Bethlehem, Kamil Hamid und Bürgermeister Anton Salman das Friedenslichtkind und Stelzer. Ihm klagten die Palästinenser ihr Leid über die Konflikte mit den Israelis. Stelzer und seine Begleiter aus der oö. Politik, Wirtschaft und den Religionsgemeinschaften bekamen den von Palästinensern ausgerufenen „Tag des Zorns“, an dem sie die Verkehrswege nach Jerusalem blockierten, dennoch selbst im Megastau zu spüren.

Die bilateralen Beziehungen, die OÖ mit Israel aufgebaut haben, sei unter Österreichs Bundesländern einzigartig, so die Auslandsösterreicher. „80 Jahre nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs heuer, und 75 Jahre Kriegsende im kommenden Jahr geben dem Friedenslicht noch viel tieferen Sinn“, sagt LH Stelzer.

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