Chronik | Oberösterreich
08.07.2018

„You are an Ironman“

Nach 14:19 Stunden riss Silke Kranz im Ziel die Arme hoch © Bild: Privat

Silke Kranz. „Ich habe die schönsten Worte gehört, die eine Frau hören kann“

Danke für die vielen Rückmeldungen zu meiner persönlichen Geschichte vom letzten Sonntag! Ja, ich habe die schönsten Worte gehört, die eine Frau hören kann. Nein, es sind nicht drei, sondern vier, und sie sind auch nicht gegendert. Sie lauten: You are an Ironman! Ich habe das Ziel erreicht und tatsächlich den ganzen Tag genossen. Die meisten meiner Lieblingsmenschen waren mit mir vor Ort und waren weit angespannter als ich, die anderen haben mich den ganzen Tag „live-getrackt“. Der Ironman Austria war eines der schönsten Erlebnisse meines Lebens und gibt mir Kraft für meine nächsten 40 Lebensjahre. Mindestens.

Trotzdem freue ich mich jetzt auf eine entspanntere Zeit, was perfekt mit dem Ferienbeginn zusammenpasst. Das Schuljahr war lang und kräftezehrend, nicht nur für die tapferen SchülerInnen. Auch die Nerven von uns Eltern – und natürlich den LehrerInnen – wurden auf die Probe gestellt. Neun Wochen stress- und hausübungsfreie Zeit – die nächsten beiden Wochen sogar haushaltsfreie Zeit!

Kein Abräumen mehr

Jede Frau (Verzeihung, natürlich auch jeder Mann), die einen Haushalt führt, stimmt mir sicherlich zu: das Tollste am Urlaub ist, dass man weder kochen noch zusammenräumen muss. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf, wenn mein Teller abserviert wird. Und ich freue mich aufs Salatbuffet, wo ich zwischen verschiedenen bereits geputzten und gewaschenen Gemüsesorten auswählen kann und diese einfach nur auf besagten Teller aufladen muss. Allein der Geruch von frischen Tomaten verleiht dieses Urlaubsfeeling!

Silke Kranz ist Ernährungs- und Sportmedizinerin und praktische Ärztin in Bad Zell
Kranz: „Das Tollste am Urlaub ist, dass man weder kochen noch aufräumen muss.“ © Bild: Greil Michaela

Die Tomate schützt

Wenn Sie so wie ich nicht nur das Salat-, sondern auch das Dessertbuffet schätzen, wird Ihnen die Tomate erst recht ans Herz wachsen, besteht sie doch zu 95 Prozent aus Wasser. 100 Gramm Tomate liefern gerade einmal 20 Kilokalorien. Sie dürfen also kräftig zulangen. Zusätzlich enthält sie Kalium, Vitamin A, C, E und einige B-Vitamine. Antioxidativ punktet die Paradeiser außerdem mit einem hohen Anteil an Flavonoiden in der Schale sowie dem Carotinoid Lycopin. Dieses Lycopin stellt einen der stärksten Radikalfänger in unserem Körper dar. Wie bei vielen Antioxidantien steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass der Konsum von Lycopin das Risiko reduziert, an Herz-Kreislauferkrankungen, Osteoporose, Diabetes und Krebs, vor allem Prostatakrebs, zu erkranken. Falls Ihre Lieben Pasta mit Tomatensauce einer Insalata Caprese vorziehen: in diesem Fall kein Problem. Die Verfügbarkeit von Lycopin ist bei verarbeiteten und erhitzten Produkten sogar höher als roh.

Tomate ist eine Beere

Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass gesundheitsbewusste Köche wie Jamie Oliver Dosentomaten und Tomatenmark nicht verteufeln. Falls Sie eine Flugreise machen, können Sie sich in der Luft auch ein Glas Tomatensaft oder eine Bloody Mary gönnen.

Die Tomate wird eigentlich fälschlicherweise als Gemüse bezeichnet, ist sie doch eine Beere. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewäche, ist also mit der Kartoffel verwandt. Das giftige Solanin des Erdapfels entspricht dem giftigen Tomatidin des Paradiesapfels. Deshalb sollten Sie das Kraut, den Stielansatz und am besten auch den grünen Teil der Frucht nicht verwenden. Außer bei den neuen vielfarbigen Sorten, die von innen nach außen reifen und so ausgefallene Namen wie „Green Zebra“ tragen. Meiner Meinung nach genial: gestreiftes Gemüse mit lustigen Bezeichnungen eignet sich nämlich bestens dafür, jungen Gemüsemuffeln in den Ferien „Abenteueressen“ zu unterbreiten. In diesem Sinne: Schöne Ferien!

Silke Kranz ist Ernährungs- und Sportmedizinierin und Ärztin für Allgemeinmedizin in Bad Zell