Chronik | Oberösterreich
22.04.2018

„Wir gehen Weg der kleinen Schritte weiter“

Oliver Glasner. Für den Trainer des LASK gibt es „nichts Schöneres als gemeinsam ein Projekt voranzutreiben“. Nun wird am neuen Kader gebastelt.

Beim LASK herrscht Aufbruchstimmung. Die aktuelle Siegesserie lässt berechtigte Vorfreude auf einen Europa League-Startplatz zu. Aktuell stehen die Linzer auf dem vierten Tabellenplatz, der die Qualifikation für diesen Bewerb bedeutet. Für LASK-Trainer Oliver Glasner ist die Europa League noch nicht zum großen Thema geworden. „Über unsere Chance auf einen Europacupplatz sprechen wir nicht jeden Tag. Das werden wir auch in den nächsten Wochen so beibehalten.“

Spieler-Gespräche

Es wird aber bereits eifrig am Kader für die neue Saison gebastelt, erklärt Glasner. Die Situation für den Verein sei gut, da fast alle Spieler unter Vertrag stehen. „Wir werden aber noch den einen oder anderen Spieler dazubekommen, halten deshalb Ausschau und führen Gespräche.“ Für Europa würde nicht extra geplant und das Budget aufgestockt, so der Trainer. „Es kann aber dennoch sein, dass der eine oder andere Spieler geholt wird, wenn die Europa League-Qualifikation gelingt. Wir schauen uns diesen Bewerb an und nehmen mit, was rauskommt. Unsere täglichen oder mittelfristigen Planungen werden wir deshalb aber nicht umstoßen. Den Weg der kleinen Schritte werden wir auch weitergehen. Wir gehen nicht davon aus, so wie Red Bull Salzburg, die Europa League zu rocken.“

Mit Markus Wostry von Admira Wacker wurde bereits für das neue Jahr ein Abwehrspieler verpflichtet. Er sei mit Mitte 20 im besten Fußballeralter, meint Glasner. In Punkto Erfahrung setzt der Trainer auf eine gute Mischung. „Wir haben voriges Jahr mit Samuel Tetteh, Mergim Berisha, João Victor und Thomas Goiginger junge Spieler geholt. Mit Gernot Trauner sowie James Holland, beide zwischen 25-28 Jahren, Spieler im besten Fußballeralter und mit Emanuel Pogatetz einen Routinier bekommen. Heuer wollen wir die Transferpolitik ähnlich gestalten.“ Einen Umbau wird es im Sturm geben müssen, da René Gartler und auch Mergim Berisha den Verein verlassen. Bei Neuverpflichtungen ist Glasner neben dem fußballerischen Können des Spielers vor allem seine Einstellung und der Charakter wichtig. „Wir haben bisher keinen einzigen Spieler verpflichtet, mit dem ich nicht irgendwann an einem Tisch gesessen bin und mit ihm ein Face-to-Face-Gespräch führte, um einen Eindruck von ihm zu bekommen.“

Glasner sieht sich selbst als Trainer, bei dem die Resultate oft an zweiter Stelle stehen würden. „Mir ist immer wichtig, wie wir auftreten. Wenn es gelingt, so zu spielen, wie wir Fußballspielen wollen, haben wir stets gute Siegchancen. Es hat sich in unseren internen Analysen gezeigt, dass wir mit unserer Spielweise in Österreich jede Mannschaft schlagen können.“ Die Vereinsführung plant langfristig mit Trainer Glasner. Man wisse aber nie, was in einem Jahr ist, schätzt der Trainer die Situation ein. „Ich nenne da sehr gerne Claudio Ranieri als Beispiel, der mit Leicester Meister geworden ist. Drei Monate später wurde er hinausgeworfen.“ Es könne im Fußball von ganz oben relativ schnell nach unten gehen, aber auch umgekehrt. „Ich beschäftige mich deshalb gar nicht damit, was irgendwann sein könnte. Ich bin jetzt LASK-Trainer und wir haben uns gemeinsam darauf verständigt, den LASK voranzutreiben.“ Im ersten Schritt wollten die Verantwortlichen des LASK den Verein in die Bundesliga bringen und im zweiten Schritt dort etablieren. „Im dritten Schritt wollen wir mit einem neuen Stadion regelmäßig um die Europacupplätze mitspielen. Ich beschäftige mich damit, welche Schritte jeden Tag gesetzt werden müssen, um kurzfristig, mittelfristig aber auch langfristig erfolgreich zu sein.“

Neues aufbauen

Deshalb denke Glasner nicht viel über seine persönliche Zukunft nach. „Mir macht diese Arbeit viel Spaß, weil ich nicht in den Tag hineinlebe, sondern etwas mitgestalten und aufbauen kann. Es gibt nichts Schöneres, als gemeinsam etwas zu bewegen, ein Projekt voranzutreiben und dann wieder den nächsten Schritt zu setzen.“

Glasner wohnt nach wie vor in seinem Innviertler Heimatort Riedau. Die tägliche Fahrt nach Linz sei für ihn kein Problem. „Wenn es am Abend länger wird, nehme ich mir ein Hotelzimmer und übernachte in Linz. Die meisten Telefonate erledige ich im Auto.“ Der Trainer versucht zuhause die Arbeit beiseite zu schieben. „Wenn ich heimkomme, kommt nicht der LASK-Trainer sondern der Papa. Natürlich hat der Beruf immer unser Leben geprägt. Ich versuche aber eventuelle berufliche Probleme weitestgehend von meiner Familie fernzuhalten.“