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Chronik Oberösterreich
06/25/2020

Wildererbande im Salzkammergut ausgehoben

Fünf Männer stehen unter Verdacht. Sie sollen sich die Arbeit in Jagd, Verwertung und Vertrieb aufgeteilt haben.

Die Polizei hat eine professionell arbeitende Wildererbande im oberösterreichischen Salzkammergut ausgehoben. Fünf Männer stehen unter Verdacht. Sie sollen sich die Arbeit geteilt haben: Jagd, Verwertung der erlegten Tiere und Vertrieb. Das berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten sowie die Ischler Woche.

Das Quintett soll seit Anfang April tätig gewesen sein. Erlegt wurden fast ausschließlich Rehe und „starke Böcke“ mit besonders schönem Gehörn - meist in der Nacht und vom Auto aus. Zum Verhängnis wurde den mutmaßlichen Tätern, dass sie den Verkauf über ein soziales Netz betrieben und dort auch einschlägige Postings platzierten.

Anfang Juni wurde eine Spezialeinheit der Cobra in Bad Ischl aktiv. Bei Hausdurchsuchungen an mehreren Orten sollen Wildfleisch und -Wurst sowie an die 80 illegale Waffen und Geräte sichergestellt worden sein. Darunter nicht zur Jagd zugelassene kleinkalibrige Gewehre, Schalldämpfer und Nachtsichtgeräte.

Ermittlungen laufen

Die Landespolizeidirektion bestätigte auf APA-Anfrage den Bericht, dass mit Hochdruck ermittelt werde. Derzeit warte man auf den Abschlussbericht der Ermittler, wird Barbara Rumplmayr von der zuständigen Staatsanwaltschaft Wels in den OÖN zitiert.

Der jüngste Beschuldigte sei noch ein Jugendlicher, der älteste über 60. Sie und ihre Vertretungen waren Donnerstagvormittag nicht zu erreichen. Ermittelt wird wegen des Vorwurfes „schwerer Eingriff in fremdes Jagdrecht“. Schwer deshalb, weil die Abschüsse in der Schonzeit erfolgten.

Im Salzkammergut hat das Wildern eine lange Tradition. Früher galten die Wilderer als Sozialrebellen und genossen in der Bevölkerung hohes Ansehen. Heute werden sie als Kriminelle eingestuft.