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Chronik Oberösterreich
02/25/2012

Von der inneren Beengtheit freitanzen

In der alten Tabakfabrik proben Tänzerinnen intensiv an dem neuen zeitgenössischen Stück „The Hype“.

von Daniel Voglhuber

Anmutig bewegen drei junge zierliche Frauen in der riesigen ehemaligen Endverpackungshalle der Linzer Tabakfabrik ihre Körper. Dann rollen sie am Boden herum, bevor sie plötzlich hohe Luftsprünge vollführen. Die drei sind für die „Transitheart Productions“ im Einsatz, einer internationalen zeitgenössischen Tanzgruppe, die in der Landeshauptstadt ihre Wurzeln geschlagen hat. Gerade proben die jungen Frauen aus Deutschland, Griechenland Dänemark und Polen für das Stück „The Hype“ das am 29. Februar um 20 Uhr im Linzer Posthof aufgeführt wird. Manchmal dauert das bis zu zehn Stunden am Tag.

Beengtheit

Es ist ein künstlerisches Experiment, ein Bild, das ich im Kopf habe und anfangs sehr hart und roh ist“, erklärt Regisseurin Ilona Roth etwas kryptisch ihr Konzept. „Das Stück wird sehr dynamisch und zeigt, wie sich die Darstellerinnen von einer Beengtheit freitanzen.“ Verstärkung gibt es am selben Abend aus Wien mit Veronika Mayerböcks und Gisela Elisa Heredias Tanztheater „One rotten day in paradise“.

Roth inszeniert nicht nur, sie ist auch Leiterin der Kulturinitiative und Vernetzungsstelle RedSapata. Seit vier Jahren hat sich der Verein der Förderung des zeitgenössischen Tanzes in Linz verschrieben. „Wir wollen die Kunst aus dem Schatten herausholen und den Tänzern Strukturen zur Verfügung stellen. Gerade in Linz sind viele Tänzer wegen der Ausbildung an der Bruckner Uni vor Ort“, erzählt die freischaffende Künstlerin, die es auch wegen dem Studiengang von Augsburg nach Oberösterreich verschlagen hat. Anfang dieses Jahres ist die Initiative RedSapata vom Studio am Linzer Hauptplatz ausgezogen und hat nun ihre Zelte in einem 800 großen Saal auf dem Areal der Tabakfabrik aufgeschlagen. „Die Atmosphäre in dem riesigen Raum ist super. Man führt die Bewegungen dadurch weiter aus als sonst.“

Regelmäßige Kurse

Wenn der Verein einen eigenen Schlüssel zur „Tschickbude“ bekommt, soll es auch wieder abendliche Kurse – wie im alten Haus am Hauptplatz – geben. Das Publikum soll so Kontakt mit dem zeitgenössischen Tanz aufnehmen.

Die Situation der Kunstform im Land, sei vorsichtig formuliert, ausbaufähig. „Anfänglich war die Politik nicht so sehr daran interessiert. Mittlerweile werden wir unterstützt, allerdings im Vergleich zum Theater unverhältnismäßig.“ Dabei sei durchaus ein großes Potenzial für das Tanzen vorhanden. „Das Linzer Publikum ist sehr offen für Abstraktes und Künstlerisches und gar nicht hinterwäldlerisch.“

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