Chronik | Oberösterreich
11.11.2018

Unternehmen Weltspitze

Sportstrategie. Mit Professionalität auf allen Ebenen soll den Talenten der Weg nach oben geebnet werden

Mit drei Medaillen kehrte Oberösterreichs Nachwuchs unlängst von den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires heim: Daniel Leutgeb (Askö Reichraming) erkämpfte im Judo zweimal Bronze, Sandra Lettner (ÖAV Vöcklabruck) holte im Klettern sogar Gold. Aber auch die übrigen fünf Teammitglieder zeigten durch die Bank sehr gute Leistungen. So verfehlte Johanna Plank (TGW Zehnkampf-Union) mit Platz vier über 100 Meter Hürden das Siegerpodest nur knapp.

„Es zeigt sich, dass wir in der Weltspitze mit dabei sind“, freut sich Landessportdirektor Gerhard Rumetshofer. Quer durch die verschiedenen Disziplinen wachse eine viel versprechende Generation heran, etwa in der Leichtathletik mit Anna Baumgartner, Ivona Dadic, Sarah Lagger, Verena Preiner, Paul Seyringer und einigen mehr. Den Nachwuchs gezielt zu fördern ist ein zentrales Ziel eines breit angelegten Konzepts.

Strategie 2025

So wurde in den vergangenen Jahren mit einer Infrastrukturoffensive kräftig in Sportstätten investiert, zuoberst in das Olympiazentrum auf der Linzer Gugl. Zudem hat sich Oberösterreich mit der „Sportstrategie 2025“ ein umfassendes Programm gegeben, in dem 150 Maßnahmen festgehalten sind. Erklärtes Ziel: Sportland Nummer 1. Rumetshofer möchte das freilich nicht an der Zahl an Titeln festmachen, weitaus wichtiger sei, optimale Bedingungen zu schaffen. Dazu brauche es entsprechende politische Unterstützung. „Michael Strugl hat extrem viel für den Sport getan“, lobt Rumetshofer den mit Jahresende scheidenden Landeshauptmann-Stellvertreter.

„Die Spitze kommt aus der Breite“, weiß Rumetshofer. Eine Stärke Oberösterreichs seien die knapp 3.000 Vereine, in denen mit viel Idealismus wertvolle Nachwuchsarbeit betrieben würde. „Hier wird der Grundstein gelegt, hier werden die Talente entdeckt.“ Diese in der Folge auf die richtige Spur zu bringen erfordere in weiterer Folge konsequente Arbeit.

Leistungszentren

Dazu wurden etwa an drei Linzer Schulen Leistungszentren inklusive Internat installiert. Rund 200 Schülerinnen und Schüler kommen am Morgen zum Training in das Olympiazentrum, werden im Laufe des Vormittags per Bus in die Schule gebracht und trainieren am späten Nachmittag ein weiteres Mal. „Die Kombination Schule und Sport ist ein wesentlicher Faktor“, baut der Landessportdirektor auf dieses Modell. Es müsse gewährleistet sein, dass auch die Ausbildung nicht zur kurz kommt. Schließlich würden es nicht alle an die Weltspitze schaffen, weshalb auch eine spezielle Karriereberatung angeboten wird. Nicht zuletzt sollen dem Nachwuchs die besten Trainer beigestellt werden. Dazu wurde ein Coach Support Center gegründet, dem Gebhard Gritsch vorsteht. Er ist Fitnesstrainer von Novak Djokovic, aktuell die Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste.

Professionalität auf allen Ebenen lautet die Devise des Projekts Weltspitze, das den Jungen alle Chancen eröffnen soll. Die in Buenos Aires vergoldete Sandra Lettner kann mit ihren 17 Jahren jedenfalls noch mehr Edelmetall sammeln. In Tokio 2020 ist Klettern zum ersten Mal olympisch.