Chronik | Oberösterreich
28.05.2017

Trommelwirbel vor Mariendom live im TV

Der ORF überträgt Open Air aus Linz mit Perkussionist Martin Grubinger erstmals live.

Mit der siebenten Auflage des Open-Air-Festivals "Klassik am Dom" öffnet sich der Kulturstadt Linz ein nächstes internationales Schaufenster. Ein Abend des Musikspektakels vom Platz vor dem Mariendom mit dem oberösterreichischen Percussion-Weltstar Martin Grubinger wird dabei zwei Mal vom ORF ausgestrahlt.

ORF III wird den Musikevent live-zeitversetzt am 16. Juli um 21.15 Uhr übertragen. Zu Maria Himmelfahrt am 15. August gibt es in ORF 2 (21.20 Uhr) eine Aufzeichnung des Konzerts. Grubingers unglaubliches Talent und Persönlichkeit seien die Basis für das Projekt, erklärte ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner. Richtig schätzen lernte sie Grubinger durch seinen spektakulären Auftritt beim Eurovision Song Contest 2015 in Wien mit weltweit 200 Millionen Zusehern. Grubinger lieferte eine bislang einzigartige Performance in dieser Sparte auf die sie auch heuer beim ESC-Finale in Kiew angesprochen worden sei, erzählte Zechner.

Man habe Klassik im Musikspektakel verpackt ohne, dass es die Zuhörer wirklich merkten, erinnerte sich Grubinger. Nach dem vorjährigen Auftritt bei "Klassik am Dom" wollen er und seine Formation "Percussive Planet Ensemble" mit dem Programm "Heimspiel 2.0" etwas Außergewöhnliches "und nur das Beste" spielen, versprach er. In einer Reihe mit ORF-Sommernachtskonzerten wie in Schönbrunn oder Grafenegg aufgenommen zu werden sei eine großartige Chance, freute sich der Multiperkussionist.

Jubiläum

Vorfreude auch bei Landeshauptmann Thomas Stelzer. Im 40. Jubiläumsjahr des oö. Musikschulwerks könne man mit dem ehemaligen Musikschüler Grubinger mit einem absoluten Weltstar als Absolventen aufwarten. In Mondsee war Grubinger lange Mitglied der Blasmusikkapelle. Die landesweiten Musikschulen seien die Basis für den breit aufgestellten Kultursommer in OÖ, meinte Stelzer. Die TV-Ausstrahlungen werden von den Verantwortlichen des Landes OÖ, das die Produktion kräftig mitfinanziert, auch als touristische Chance gesehen. So sollen in die Übertragung Mini-Filme mit besonders attraktiven oö. Schauplätzen eingespielt werden.

Lieblingsplätze

Die Regie wird dabei sehr unkonventionell sein. Grubinger interviewt eine Reihe Prominenter, wie Franz Welser-Möst, Gerlinde Kaltenbrunner, Andi Goldberger, Mimin Martina Ebm oder Physiker Anton Zeilinger an deren Lieblingsplätzen. Dabei soll das Rhythmus-Feuerwerk des Konzertes in einer Art Crashkurs auf die Gäste und auch auf das Publikum überspringen, verriet Grubinger bei der Programmpräsentation.

Letztendlich soll das Publikum daheim am TV-Schirm, so wie Bergsteigerin Kaltenbrunner im Film, mit Küchenutensilien zum Groove und Rhythmus der Jazznummer "Birdland" von Joe Zawinul trommeln.

"Klassik am Dom" bietet noch zwei weitere hochklassige Events: Am 18. Juli tritt die bayrische Kultband Haindling mit den Münchener Symphonikern auf (siehe Seite 5) auf. Am 19. Juli wird der Bassbariton Erwin Schrott samt Freunden den Domplatz mit südamerikanischen Klängen verzaubern.