Auf diesen Gründen soll das neue Logistik-Zentrum entstehen

© Gerhard marschall

Chronik Oberösterreich
02/12/2020

Täglich Hunderte Lkw-Fahrten

Passauer Kühllogistik-Riese will auf 17-Hektar-Gelände in St. Marienkirchen bei Schärding ausweichen.

Die Bezirke Ried und Schärding wachsen zusammen, werden mehr und mehr zu einer geschlossenen Wirtschaftsregion. Die Innkreisautobahn und weite, ebene Gründe machen es möglich. Riesige Produktions- und Lagerhallen beherrschen das Landschaftsbild, in St. Marienkirchen bei Schärding soll jetzt ein großes Logistikzentrum entstehen.

Ursprünglich war ein Einkaufszentrum geplant

Ursprünglich hatte der Unternehmer Karl Pilstl aus Raab hier ein Einkaufszentrum errichten wollen. 17 Hektar landwirtschaftlicher Grund wurden dafür umgewidmet. Die Anbindung an die nur einen Kilometer entfernte Innkreisautobahn finanzierte Pilstl selbst. Die Straße samt Bahnunterführung und zwei Kreisverkehren wurde 2010 mit Pomp und Trara eröffnet. Danach kehrte jedoch Ruhe ein, aus dem Projekt wurde nichts.

Verhandlungsstart

So große Euphorie wie damals ist jetzt allerdings nicht. Bürgermeister Bernhard Fischer (ÖVP) bestätigt, dass sich in der Ortschaft Stocket wieder etwas tut. „Es ist ein Projekt eingereicht, es hat aber noch keine bau- und gewerberechtliche Verhandlung gegeben.“ Diese sollen in den nächsten Wochen abgewickelt werden. Die Firma Brummer Logistik mit Sitz in Neuburg nahe Passau möchte sich hierher ausbreiten. Brummer ist auf Kühllogistik spezialisiert, sprich auf Transport und Lagerung von temperatursensiblen Lebensmitteln und Produkten. Das Firmenmotto: „Wir kümmern uns um’s kalte Geschäft.“

700 Beschäftige

Die Gruppe beschäftigt annähernd 700 Mitarbeiter. Daheim in Bayern stößt das Unternehmen an Grenzen. Der Plan, das Betriebsareal in Neuburg beträchtlich zu erweitern und dafür 18 Hektar Wald zu roden, soll nach massivem Widerstand deutlich abgespeckt werden. Zugleich werden alternative Standorte gesucht, vorzugsweise in Autobahnnähe. In St. Marienkirchen soll laut Bürgermeister Fischer in einer ersten Etappe eine temperierte Lagerhalle für Tiernahrung entstehen. Ein Viertel der gesamten Fläche soll verbaut werden, in weiterer Folge sei die Ausdehnung auf das gesamte Areal geplant. Im Gespräch sei etwa auch Lagerhallen für Pflanzen.

Genehmigungsverfahren

„Wir würden gerne nach St. Marienkirchen kommen“, sagt Firmenchef Hans Brummer, gibt sich im Übrigen aber wortkarg. Es sei noch zu früh, mehr über das Projekt zu sagen. Man stehe in einem Wettbewerbsumfeld, alles hänge von den Genehmigungsverfahren und von Verträgen mit Kunden ab. Soviel verrät Brummer: „Wir haben in St. Marienkirchen vieles geplant. Aber es ist nicht klar, was wann und zu welchem Zeitpunkt passiert.“

Widerstand

Der Bürgermeister ist im Zwiespalt: Einerseits würde ein Betrieb dieser Größe der Gemeinde beträchtliche Einnahmen bescheren; andererseits muss er auf etwaigen Widerstand aus der Bevölkerung Rücksicht nehmen. Immerhin würden täglich einige hundert Lkw zu- und abfahren. „Das ist für eine Gemeinde wie St. Marienkirchen keine kleine Anlage“, räumt Fischer ein, dass es Widerstand geben könnte. Aber: „Ich muss mich an die gesetzlichen Bestimmungen halten, die gesamten 17 Hektar sind als Betriebsbaugebiet gewidmet.“ Er habe lediglich zu prüfen, ob das Projekt den gesetzlichen Vorgaben der Bau- und Raumordnung entspricht. Die gewerberechtliche Prüfung liege bei der Bezirkshauptmannschaft.

Autor: Gerhard Marschall

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