Der Sturz aus 13 Meter Höhe endete für den zehnjährigen Janos lediglich mit Rippenbrüchen, Wirbelfrakturen, Prellungen und Blutergüssen.

© /Matthias Lauber/laumat.at

Wels/Linz
09/30/2014

Sturz aus dem 6. Stock endete für Bub glimpflich

Feuchte Wiese dürfte Janos’ Aufprall gedämpft haben. Bub musste nicht operiert werden.

von Jürgen Pachner

Fassungslosigkeit und Erleichterung dominierten am Tag nach dem spektakulären Unglück in einer mehrgeschoßigen Wohnanlage in der Traunaustraße in Wels bei der Mehrzahl der Bewohner. Wie berichtet, war dort am Montagabend ein zehnjähriger Bub aus einem Fenster im sechsten Stock gefallen. Der kleine Janos schlug – vermutlich in Seitenlage – auf einer Wiese auf. Zur Überraschung der Augenzeugen war er ansprechbar.

"Es ist ihm ziemlich schlecht gegangen und er hat Schmerzen bekommen, als er sich bewegen wollte", erzählt Nachbarin Esra Chamas. Der Kleine habe die Beine bewegt und versucht, aufzustehen. "Andere Nachbarn haben das aber verhindert, weil das für ihn gefährlich hätte sein können." Er habe vor allem starke Rückenschmerzen verspürt. "Sein Gesicht war außerdem ziemlich weiß und der Bereich um den Mund blau."

Frakturen

Janos wurde sofort ins Klinikum Wels gebracht, wo Ärzte ihn penibel untersuchten und staunten: Der Zehnjährige hatte bei seinem 13-Meter-Sturz außer Blutergüssen und Prellungen zwar mehrere Frakturen erlitten, musste aber nicht operiert werden.

"Er scheint optimal gelandet zu sein – besser geht es eigentlich nicht", betont Primar Klemens Trieb, Ärztlicher Direktor des Klinikums "Der kleine Patient hat sich ein paar Rippen gebrochen und es gibt Frakturen und Einrisse bei Querfortsätzen der Wirbelkörper." Janos benötige nicht einmal einen Gips. "Der Muskelapparat ist als Stütze völlig ausreichend."

Bereits heute, Mittwoch, dürfte der Bub wieder nach Hause entlassen werden. "Wir lassen ihn zur Beobachtung noch die Nacht über hier, rechnen aber mit keinen Komplikationen mehr."

Keine Dauerfolgen

Trieb schätzt, dass der Bub in sieben bis acht Wochen wieder vollständig genesen sei. "Er hatte gewaltiges Glück – die noch feuchte Wiese dürfte den Aufprall gedämpft haben." Laut Trieb sei ein kindlicher Körper deutlich elastischer als ein erwachsener. Entscheidend sei aber auch, wie stark der Kopf beim Sturz verletzt werde. Patient Janos sei am Dienstag jedenfalls schon zu Fuß im Zimmer unterwegs gewesen.

"Ich denke, dass Engel ihn geschützt haben", mutmaßt Nachbarin Esra Chamra.

Weniger gut geht es dem dreijährigen Mädchen, das am Montag in Linz aus dem vierten Stock eines Hauses gefallen ist. Sein Zustand ist weiter lebensbedrohlich.

Alle drei Minuten verunglückt in Österreich ein Kind

Nach den Vorfällen am Montag in Linz und Wels, bei denen eine Dreijährige und ein Zehnjähriger aus Fenstern in großer Höhe gestürzt sind, macht der Zivilschutzverband darauf aufmerksam, dass in Österreich jährlich rund 165.000 Kinderunfälle passieren. Das bedeutet, alle drei Minuten verunglückt ein Kind.
„Im Ernstfall ist vor allem wichtig, dass Einsatzkräfte rasch vor Ort sind. Dazu ist entscheidend, dass der Notruf gewählt werden“, sagt Sandra Dazinger, Sprecherin des oö. Zivilschutzverbandes. Notrufnummern sollten daher in den Mobiltelefonen gespeichert und auch im Haushalt gut sichtbar angebracht werden. Entsprechende Aufkleber können über den Zivilschutzverband bezogen werden. Um etwa die Gefahr eines Fenstersturzes zu verringern, sollten Fenster mit Gittern, Fenstersperren oder kindersicheren Beschlägen gesichert werden. „Ein Unglück ist zwar nicht hundertprozentig zu verhindern, aber solcherart Hilfsmittel erschweren es Kindern, ein Fenster zu öffnen.“

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