Chronik | Oberösterreich
31.12.2017

Sternsinger setzen sich für Kinder und Jugendliche in Nicaragua ein

Bis 6. Jänner sind 16.000 Sternsinger in Oberösterreich unterwegs und sammeln Spenden.

"Man kann schöne Lieder singen und man ist Gott nahe", meint Robin (9) aus der Pfarre Linz-Christkönig. Er ist einer von 16.000 oberösterreichischen Sternsingern, die zwischen 27. Dezember und 6. Jänner singend unter dem Motto Wir setzen Zeichen für eine gerechte Welt von Tür zu Tür ziehen. Paula (9) singt bereits das fünfte Jahr mit. Sie findet es gut, damit anderen Menschen zu helfen. Doris (40) war früher selbst Sternsingerin. Heuer begleitet sie ihre Kinder, die diese Tradition erst kennen lernen. "Mir hat die Gemeinschaft mit anderen Kindern gefallen und es war ein guter Ausgleich in den Weihnachtsferien." Ein neuer Sternsingerrap soll zum Mitmachen motivieren (www.sternsingerrap.at).

Kreativ Kind sein

Ein Beispiel für den Einsatz der Spenden ist die Organisation Funarte. Die Einwohner der Stadt Estelí im Nordwesten von Nicaragua sind geplagt von Armut, Gewalt und Kriminalität. "Ziel ist, Kindern ein Stück Kindheit zurückzugeben, in einem Land, in dem Kindheit eine andere Bedeutung hat als bei uns", sagt Mayella Gabmann von der Katholischen Jungschar der Diözese Linz. Kinder, die häufig Gewalt erfahren und die arbeiten gehen müssen, würden ein Stück Normalität erleben mit Spielen und Kreativität.

Funarte bietet einen geschützten Rahmen, wo die Kinder lernen, Schritt für Schritt über Themen zu sprechen, die sie bedrücken. Der Erfolg dieser Arbeit wird sichtbar, wenn sie selbstbewusster werden, Hoffnung schöpfen und beginnen, wieder an eine positive Zukunft zu glauben. "Uns ist wichtig, dass Kunst Platz schafft", sagt die Pädagogin Aracely Gómez Ruiz. "Unser Projekt ist gut für die Entwicklung der Persönlichkeit und der individuellen Fähigkeiten." Ruiz arbeitet seit 2004 bei Funarte in künstlerisch-ökologischen Projekten. Sie will junge Menschen für Umweltthemen sensibilisieren. Luggi Frauenberger, Bildungsreferent der Dreikönigsaktion meint, "dass es eine große Aufwertung ist, dass der Bürgermeister Urkunden an die Teilnehmenden verteilt. Der Weg ist die Kunst."

Die Dreikönigsaktion als Hilfswerk der Katholischen Jungschar Österreichs fördert Funarte jährlich mit 31.000 Euro. Rund 85.000 Sternsinger aus etwa 3.000 Pfarren sammeln österreichweit Spenden für mehr als 500 Projekte in 20 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika und machen Hilfe zur Selbsthilfe möglich. Im Vorjahr wurden 17,1 Millionen Euro gespendet. Rund 430.000 Euro mehr als vor zwei Jahren. Linz war mit rund 3,4 Millionen Euro die drittstärkste Diözese.

Seit 1954 wurden mehr als 400 Millionen Euro ersungen. "Die mehrjährigen Projekte stärken Kinder, Jugendliche und die Zivilgesellschaft. Menschenrechte werden durchgesetzt und der Teufelskreis der Armut durchbrochen", sagt Gabmann.