Vorzeigeprojekt einer kühlenden begrünten Fassade: Hausgemeinschaft Perotti in der Linzer Innenstadt

© Hausgemeinschaft Perotti

Chronik Oberösterreich
08/08/2019

Stadtklimatologe soll Kampf gegen Hitze in der Stadt managen

Studie emphiehlt Rathaus Anstellung eines Klimaexperten und die Installierung eines Beirats.

von Wolfgang Atzenhofer

„Es sollte allen klar sein, dass wir an Maßnahmen gegen die Hitze in der Stadt nicht vorbeikommen.“ Die Linzer Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) will mit einem Bündel von Vorhaben im Herbst die Herausforderungen durch den Klimawandel in der Stadt anpacken. Unter anderem wird sie im Gemeinderat die Anstellung eines eigenen Stadtklimatologen und die Erstellung eines Stadtklimaplanes vorschlagen. Vier Tage vor der Nationalratswahl wird das Klima-Thema somit im Stadtparlament hochgekocht.

Um die Basis für den erwünschten politischen Schulterschluss für ein Stadtklimaprogramm unter den Fraktionen zu schaffen, wurde das Meteorologie-Unternehmen Weatherpark mit der Erhebung des Istzustandes beauftragt. „Linz hat im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Städten den Vorteil, dass es noch eine funktionierende Zufuhr gekühlter Frischluft durch den Haselgraben aus dem Mühlviertel hat“, nennt Weatherpark-Forscher Simon Tschannett eine positive Erkenntnis aus der Untersuchung. Vor allem bei Hochhausbauten in dieser und auch in anderen Durchlüftungszonen müsste die Stadt ihre Vorgaben überarbeiten, schlug das Expertenteam vor.

Drehscheibe für alle Maßnahmen sei die Installierung eines Klimaexperten am Magistrat, der die Erstellung eines Stadtklimaprogrammes koordinieren soll. Vor allem in deutschen Städten seien derartige Positionen seit Jahren üblich. Schobesberger will sich bei der Fixierung des Planpostens mit Baureferent und FPÖ-Vizebürgermeister Markus Hein koordinieren. Weatherpark empfiehlt den Linzern zudem die Installierung eine Klimabeirats.

Im Klimaprogramm sollen etwa Kälte- und Hitzespots aufgelistet werden. „Damit kann man verhindern, dass Bauten für gefährdete Personen, wie ältere Menschen oder Kinder in klimatologisch sensiblen Zonen stattfinden“, rät Tschannett.

Nachdem seit dem Jahr 2000 sieben der heißesten je gemessenen Sommer auch in Linz für massive Beeinträchtigung gesorgt haben, seien Aktivitäten für ein kühleres Stadtklima höchst gefragt, berichtet Schobesberger.

1.000 neue Bäume

Nachdem zu Sommerbeginn etwa eine Förderaktion der Stadt zur Dach- und Fassadenbegrünung beschlossen wurde, gäbe es im Rathaus eine Fülle von Anfragen von Hausbesitzern. Auf große Resonanz in der Bevölkerung stieß auch eine Initiative vom Referenten für die Linzer Parks und Gärten, ÖVP-Stadtvize Bernhard Baier. Er startete in der Vorwoche eine Mitmachaktion zur Pflanzung von zusätzlichen 1.000 Bäumen in der Linzer City. Binnen einer Woche wurden bereits 150 mögliche Standorte für neue Bäume gemeldet. Schobesberger kündigt für den Herbst weiters Infoveranstaltungen für die Bevölkerung und eine Klimabroschüre an.