Gabriel C. kann sich nur mehr vage an den Unfall erinnern. Er erlitt eine Gehirnerschütterung.

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Chronik Oberösterreich
05/01/2020

Schlafplatz verwehrt: Soldat verursacht Unfall

Er war übermüdet. Das Heer bedauert den Vorfall. Gegen den Unteroffizier wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

von Petra Stacher

Auch wenn sich viele Soldaten über die unbequemen Matratzen beim Österreichischen Bundesheer beschweren: Gabriel C. hätte sich eine gewünscht. Dem 18-jährigen Grundwehrdiener wurde in der Vega-Payer-Weyprecht-Kaserne im Bezirk Penzing in Wien ein Schlafplatz verweigert. Übermüdet musste er deshalb den Heimweg antreten und verursachte dabei einen Auffahrunfall.

„Ich kann mich nur mehr daran erinnern, wie ich den Lieferwagen zu überholen begann“, schildert C. den Unfall. Ob er einen Sekundenschlaf hatte, weiß er nicht. Dem Fahrer des Lieferwagens passierte nichts, C. fasste eine Gehirnerschütterung aus. Dabei wäre der Unfall so leicht zu vermeiden gewesen.

Am 2. März rückte C. in die Maria-Theresien-Kaserne in Wien ein. Nach sechs Wochen Grundausbildung in Horn wurde er schließlich am 20. April in die Vega-Payer-Weyprecht-Kaserne versetzt. „Wir sind dort hingekommen, haben unser Zeug im Spind versorgt, einen Rundgang bekommen, das Nachschubzeug – also das Zubehör für die Waffe – ausgefasst und wurden entlassen, ohne jedoch ein Bett zu bekommen“, rekonstruiert er den Tag.

Den Soldaten sei von ihrem Vorgesetzten noch mitgeteilt worden, dass am nächsten Tag um 6.30 Uhr Dienstantritt sei.

Fehler des Unteroffiziers

C. hat den Unteroffizier daraufhin nach einem Schlafplatz gefragt, denn zwischen seinem Heimatort Scharnstein im Bezirk Gmunden und der Kaserne liegen etwa 220 Kilometer. „Den Unteroffizier interessierte das nicht“, sagt C. Für Wachsoldaten stünden keine Betten zur Verfügung, sei die Begründung gewesen.

Auf KURIER-Anfrage schildert das Bundesheer den Vorfall ähnlich: Der Unteroffizier habe den Dienstbeginn verkündet. Der Soldat habe nach einem kurzen Wortwechsel jedoch schnell eingewilligt, nach Hause zu fahren. Ein Bett wäre jedoch natürlich zur Verfügung gestanden: „Es war ein Fehler des Unteroffiziers. Wir bedauern den Vorfall sehr. Es ist ärgerlich, vor allem weil der Unfall vermeidbar gewesen wäre.“

Mittlerweile habe sich die Situation aber wieder beruhigt: Gegen den Unteroffizier wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, C. wurde in eine andere Kaserne verlegt, wo er nun einen Schlafplatz hat.

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