Chronik | Oberösterreich
31.12.2017

Schauen Sie im neuen Jahr auf sich!

Ich konnte nicht widerstehen, ich habe wieder einmal gegoogelt. In den vergangenen Tagen wurde ich immer wieder darauf angesprochen, wie meine Abnehmtipps für 2018 lauten. Was ich von den aktuellen Diät-Trends halte. Also habe ich das Internet zu den kommenden Modediäten befragt und möchte Ihnen heute vorstellen, was auf dem Red Carpet der Ernährung so läuft.

Nicht wegzudenken ist die FODMAP-Diät. Erstens stellt der Name eine Abkürzung dar, zweitens ist sie Low Carb und drittens nimmt sie Rücksicht auf Unverträglichkeiten. Sie vereint also alles, was derzeit "cool" ist. FODMAP bedeutet fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide und Polyole und meint damit diverse Kohlehydrate und Alkohole, die in vielen Lebensmitteln vorkommen.Diese sind Fructose, also Fruchtzucker, Laktose, also Milchzucker und Süßstoffe wie Sorbitol.

FODMAPs werden im Dünndarm schlecht aufgenommen und landen daher rasch im Dickdarm, wo sie vergärt werden. Das Resultat dieser Gärprozesse führt zu Beschwerden wie Blähungen und Verdauungsproblemen. Der Verzicht auf FODMAP-haltige Lebensmittel verringert diese und unterstützt nebenbei bei der Gewichtsabnahme. Meine Meinung: Funktioniert bestimmt, an sich ist es mir nicht sonderlich sympathisch, dass wir alle in eine Schublade gesteckt werden – nicht jede/r leidet an einer Krankheit des Verdauungstraktes!

Kim Kardashian hat unglaubliche dreißig Kilogramm damit abgenommen, deshalb ist die Atkins-Diät wieder top. Sie basiert auf einer drastischen Reduktion von Kohlehydraten und einem hohen Anteil von Protein und Fett – der tägliche Fettanteil beträgt mehr als fünfzig Prozent der Gesamtkalorienmenge! In der sogenannten Reduktionsphase gibt es kaum Obst und Gemüse, weshalb Nahrungsergänzungsmittel notwendig sind. Der Blutzuckerspiegel bleibt konstant niedrig. Die Gewichtsabnahme funktioniert dadurch, dass kein Zucker zugeführt wird und Fettsäuren in sogenannte Ketonkörper umgewandelt werden. Fett wird also zur Energiegewinnung genutzt. Fazit: Die Gewichtsabnahme funktioniert, diese Ernährungsweise ist aber nicht ausgewogen und deshalb nicht empfehlenswert.

Kurz möchte ich auch noch den bestimmt wirksamsten Namen einer Diät erwähnen: I make you sexy. Botschafter im deutschsprachigen Raum ist der Tänzer und Choreograf Detlef D Soost. Die Diät, die ursprünglich unter BodyChange verkauft wurde, funktioniert über ein Internetportal. Die Ernährungsweise ist ebenfalls Low Carb, es werden allerdings auch Sport- und Motivationstipps gegeben. Hier geht es auch um eine Änderung des Lebensstils, was mir ganz gut gefällt. Die Mitgliedschaft für das Portal ist allerdings nicht kostenfrei.

Ich betrachte das Ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Gut, wenn wir uns mit Ernährung beschäftigen, schade, wenn wir es nur für das Spiegelbild tun. Mein Neujahrstipp: Schauen Sie auf sich!

Autorin Silke Kranz ist diplomierte Ernährungs- und Sportmedizinerin und Ärztin für Allgemeinmedizin in Bad Zell