"Nein zu Sozialdienst, aber Regeln einhalten"

Entholzer: „Die Regeln sind von allen einzuhalten, nicht nur von Zuwanderern.“ © Bild: /foto-reiter.com | A. Reiter

Entholzer nimmt seine Forderung nach Sozialdienst als Bestrafung zurück.

Die von den Landeshauptleuten Franz Voves und Hans Niessl angezettelte Diskussion um die Bestrafung von integrationsunwilligen Zuwanderern hat nun auch die oberösterreichische Landesgruppe erfasst. Landesvorsitzender Reinhold Entholzer nahm gestern, Samstag, seine Aussage nach einem Sozialdienst als Strafe für Integrationsunwillige zurück.

Er war am Freitag gefragt worden, was er tun würde, wenn beispielsweise ein Vater eine Lehrerin als Vorgesetzte seiner Kinder nicht akzeptieren würde, wei l sie eine Frau sei. Darauf hatte er gemeint, das klassische Strafrecht sei nicht sinnvoll. "Ins Blaue gesprochen, eine Verpflichtung zum Sozialdienst wäre sinnvoller." Damit könne man demonstrieren, "wie unser Zusammenleben funktioniert. Dann müssen die Männer vielleicht auch einmal putzen." Gestern die Kehrtwende: "Mit der Forderung nach einem Sozialdienst habe ich mangels einer besseren Idee überreagiert." Er bleibe aber bei seiner Forderung nach Gleichberechtigung. "Männer, die Frauen nicht respektieren, müssen in irgendeiner Weise dazu angehalten werden, die Gleichberechtigung als eine der grundlegenden Regeln einer fortschrittlichen Gesellschaft anzuerkennen." Das gelte aber nicht nur für Zuwanderer, sondern für alle gesellschaftlichen Gruppen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion. Entholzer reagierte damit auf Kritik der Sozialistischen Jugend. "Wer Integrationsunwillige bestrafen will, macht die Opfer einer unsozialen Politik zu den Tätern! Wozu hat sich die Sozialdemokratie während dem Morgen. Rot. Prozess intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt, wenn offensichtlich nicht einmal der Parteivorsitzende die Ergebnisse und Positionen kennt?", zeigte sich Fiona Kaiser "schockiert". Es müssten dann auch österreichische Männer zum Sozialdienst verpflichtet werden, denn Hausarbeit werde überwiegend von den Frauen erledigt.

Erstellt am 25.01.2015