Maximilian Kofleer

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Chronik Oberösterreich
12/03/2019

Rasante Kofler-Brüder im Höhenflug

Motorsport: Nach zehn Jahren fährt wieder ein Österreicher um die Weltmeisterschaft. Von Gerhard Marschall.

Er freue sich sehr, sagt Maximilian Kofler. „Es wird eine große Herausforderung.“ Der 19-Jährige aus Attnang-Puchheim steht vor seinem nächsten großen Karrieresprung. Er wird im kommenden Jahr auf einer KTM für das IP-Green-Power-Team in der Moto3-Weltmeisterschaft an den Start gehen. Nach zehn Jahren gibt es somit wieder einen österreichischen WM-Fahrer.

Höhen und Tiefen

Damals war Michael Ranseder in der Moto2 unterwegs. In der abgelaufenen Saison fuhr Kofler in der Moto3 Junioren-Klasse. „Mit Höhen und Tiefen“, wie er sagt. Zwischenzeitlich war er im Gesamtklassement trotz Stürzen Zehnter, am Ende wurde es Platz 17. In Spielberg und Silverstone durfte er dank Wildcard in seine künftige Disziplin hineinschnuppern. Der Aufstieg war geplant, aber nicht selbstverständlich. Die Konkurrenz ist groß. Punkto Geschwindigkeit und Zeiten sei der Sprung nicht so enorm, sagt Kofler: „Der Unterschied ist, dass doch um einiges härter gefahren wird.“

Andreas ist 15

Nicht im Windschatten seines älteren Bruders, sondern auf eigenständigen Bahnen ist der 15-jährige Andreas unterwegs. Er ist dem European Talent Cup entwachsen, in dem er heuer aktiv war. Zurzeit laufen die Zukunftsplanungen. Wohin die rasante Reise gehen wird, steht noch nicht fest. Voraussichtlich wird Andreas 600er-Meisterschaft fahren, entweder in Spanien oder in Deutschland. Und von dort soll es in die Moto2 gehen.

Keine Ruhepause im Winter

Im Winter ist keineswegs Ruhepause, es laufen bereits intensive Vorbereitungen auf die nächste Saison. Zurzeit trainieren die beiden in Spanien, allerdings noch auf altem Gerät. Die Testtage mit den neuen Maschinen sind eng begrenzt. Maximilians RC250R wird Mitte Jänner im KTM-Werk zusammengebaut, danach geht es an zwei Wochenenden zum Testen nach Jerez und anschließend nach Katar. Dort wird Anfang März das WM-Jahr eröffnet. Insgesamt stehen 19 Rennen auf dem Kalender, vom 14. bis 16. August ist Österreich-Grand-Prix in Spielberg.

Der Vater betreut die Söhne

Auch abseits der Rennstrecke sei momentan „extrem viel zu tun“, sagt Vater Klaus, der die Söhne rundum betreut. Er kümmert sich auch um die Sponsoren. Der Aufstieg in die Moto3 eröffne neue Möglichkeiten, erfordere aber auch hohe Professionalität. Wie groß das Budget ist und wie viel Geld aufgetrieben werden muss, wird nicht verraten. Und dann ist da auch noch die Ausbildung, die neben dem Sport nicht zu kurz kommen soll. Die Kofler-Brüder besuchen die Handelsakademie 1 in Wels. Maximilian steht vor der Matura. „Die Schule steht komplett hinter mir“, erzählt er, „aber ich muss genauso alles nachholen.“ Es sei mitunter stressig, bisher habe es geklappt.

Ziel MotoGP

Sportlich setzt sich Maximilian vorerst nicht allzu stark unter Druck. „Das Team weiß, dass ich ein Rookie bin. Die haben nicht die großen Erwartungen an mich als Newcomer.“ Nach den Tests mit dem neuen Motorrad könne man mehr sagen. Oder nach den ersten vier WM-Rennen, die in Übersee auf neuen Strecken stattfinden. Dann geht es zurück nach Europa, auf schon bekannte Kurse. „Da wird man mehr wissen.“ Wo das Fernziel jenseits 2020 liegt, ist für Maximilian Kofler sonnenklar: „Wie für jeden: MotoGP.“