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Chronik Oberösterreich
12/19/2021

Es liegt ein guter Duft in der Luft

Auf dem Stövchen, auf Kohle oder als Bündel. Ätherische Öle in der Luft sorgen für Entspannung, Konzentration und vieles mehr

von Claudia Stelzel-Pröll

Riechen, Aromen wahrnehmen, mit Düften verknüpfte Erinnerungen wieder an die Oberfläche holen und ätherische Öle wirken lassen: Räuchern ist kein Hokuspokus, sondern spielt seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturkreisen eine Rolle. Speziell die Zeit rund um das Jahresende nutzen viele, um sich metaphorisch von Altlasten zu befreien.

Dass es nicht immer die Kohle sein muss, ist noch nicht in großer Breite bekannt. Deshalb haben sich Sabine Eilmsteiner und Elisabeth Nussbaumer zusammengetan und ihr Wissen in einem Buch gebündelt. „Magisches Dufträuchern. 111 Wohlfühlaromen für das Stövchen aus Küche, Garten und Wald“ ist kürzlich erschienen und behandelt die heilsame Wunderwelt des Räucherns.

Auf dem Stövchen

„Ich räuchere seit mehr als 15 Jahren. In dieser Zeit hat sich sehr viel Wissen angesammelt. Begonnen habe ich mit dem Räuchern auf Kohle, mittlerweile bin ich beim Stövchen gelandet, weil es etwas ganz Besonderes ist. Es duftet intensiv und unverfälscht nach dem jeweiligen Räucherwerk“, erklärt Sabine Eilmsteiner, die unter anderem als Natur- und Landschaftsvermittlerin tätig ist. Die Kräuter kommen auf ein Sieb, wenn Harze dabei sind auf eine Edelstahlschale, darunter wird ein Teelicht gestellt. Durch die Hitze lösen sich die ätherischen Öle in den Pflanzen.

Die Wirkungen sind je nach Räucherwerk unterschiedlich. Kräuter und Pflanzen sollten nur in getrockneter Form verwendet werden.

Expertin Sabine Eilmsteiner nennt einige Beispiele: „Von der Birke lassen sich die Rinde, das Reisig und die Blätter verräuchern. Die Birke steht für den Neubeginn und fördert auch die Kreativität. Kiefernnadeln wirken wärmend, angstlösend und tröstend. Rosmarin unterstützt beim Lernen und Lavendel wirkt desinfizierend, beruhigend und steigert die Konzentration.“

Das Buch „Magisches Dufträuchern“ ist speziell für Räucherlaien eine Fundgrube an Wissen, Tipps und Tricks. Aber auch Profis finden die eine oder andere Neuigkeit, etwa zum Räuchern von Pilzen. Es ist übersichtlich aufgebaut, bringt auch begleitende Themen wie etwa „Die Wunderwelt des Riechens“ zu Papier und leitet an, wie man selbst Räuchermischungen herstellen kann.

Aus Küche und Garten

„Es ist uns wichtig zu zeigen, dass man beim Räuchern mit dem Stövchen eigentlich nichts falschmachen kann. Im Gegenteil: Es lassen sich viele Pflanzen und Gewächse aus der Küche, dem Garten oder dem Wald verräuchern. Und es entsteht dabei ein sehr feiner, wohltuender Duft.“ Wem ein Geruch nicht gefällt, hört auf sein Bauchgefühl und probiert einfach etwas anderes aus, rät die 41-Jährige.

Tatsächlich gibt es Pflanzen, deren Räucherung eher auf dem Stövchen Sinn macht: „Zitronenmelisse oder Holunderblüten wird man auf Kohle geräuchert kaum als Duft wahrnehmen. Lavendel und Beifuß eignen sich auch für Kohle.“

Die verschiedenen Arten des Räucherns

Es gibt  mehrere Möglichkeiten, Räucherwerk entsprechend zum Duften zu bringen:

  • Mit Kohle Das Räuchern mit Kohle oder Kohletabs ist wohl die bekannteste Art. Dabei gibt es  bei dieser Methode Einiges zu beachten. Man benötigt eine feuerfeste Schale, Räucherwerk, Räucherkohle und Sand. Dieser dient dazu, vor zu großer Hitze zu schützen. Mit der Pinzette hält man die Kohle an die Flamme einer Kerze, bis sie sich entzündet. Danach kommt sie in das Sandbett und wird angefächelt, bis sie glüht. Wenn sich ein grauer Belag bildet, kann das Räucherwerk aufgelegt werden. Wer zu viel auflegt, erstickt die Glut. Wer zu früh auflegt, verbrennt das Räucherwerk. Für das Räuchern mit Kohle braucht es also definitiv ein wenig Vorwissen.
  • Auf dem Stövchen Unkomplizierter ist hingegen das Räuchern mit dem Stövchen. Ideal sind eine Höhe und ein Durchmesser von 9 Zentimetern. Getrocknete Kräuter und Pflanzen kommen auf ein Sieb, Harze in eine Schale, denn sie verflüssigen sich bei Hitze. Die ätherischen Öle, die beim Räuchern freigesetzt werden, werden gerade auch von Kindern besser vertragen als jene aus der Duftlampe. Wenn die Flamme zu stark wird, einfach den Docht kürzen.
  • Mit dem Kräuterbündel Diese Art des Räucherns ist  für draußen geeignet. Die getrockneten Kräuter werden angezündet, glimmen  und verlieren immer wieder Bestandteile, deswegen wird man in Innenräumen wenig Freude damit haben. Kräuterbündel werden häufig für Rituale, etwa vor Hochzeiten, verwendet.

Beratung von Profis einholen

Als eine der ältesten Formen der Aromatherapie spielt das Räuchern in etlichen Kulturkreisen eine Rolle. Der Apotheker Christoph Hoyer aus Schwertberg und Betreiber einer österreichischen Online-Apotheke, erklärt: „In unserer westlichen Gesellschaft wird das Räuchern meist zur Entspannung und Mediation sowie zur Förderung der Konzentration und Achtsamkeit eingesetzt. Außerdem soll das Räuchern im Raum vor Leichtigkeit und Klarheit sorgen.“

Da bei unterschiedlichen Beschwerden verschiedene Zutaten unterstützend  herangezogen werden können, steht das Apotheker-Team von ApoMed.at Interessierten für Infos rund um eigene Mischungen zur Verfügung. Die Online-Apotheke aus Oberösterreich bietet neben den Räucherwaren in Kooperation mit der Christophorus Apotheke Schwertberg auch eine kostenlose telefonische Beratung durch geschultes Fachpersonal.

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