Chronik | Oberösterreich
28.09.2017

Polizei bekommt modernes Trainingscenter

Exekutive investiert 14 Mio. Euro in Ausbildungscamp in Sattledt, Minister gesteht mehr Beamte zu.

Nicht zum symbolischen Spatenstich, sondern zum Abbruchstart des alten Schießübungszentrums in Sattledt lud Oberösterreichs Polizei Innenminister Wolfgang Sobotka Mittwochfrüh. Bevor die Bohrhämmer gestartet wurden, berichtete Sobotka, dass er noch auf der Herfahrt die Finanzierung des neuen 14 Millionen Euro teuren Polizeitrainingszentrums in Sattledt von Finanzminister Hans Jörg Schelling bestätigt bekommen habe.

Das Übungscenter gilt in OÖ als eines der Leitprojekte bei der Modernisierung der Exekutive. Der aus den 1970er Jahren stammende Schießplatz mitten im Grünen soll nach internationalen Standards völlig neu zum Trainingscamp für alle Polizeieinheiten errichtet werden. Auch die Sondereinheit Cobra werde hier üben, kündigt Landespolizeidirektor Andreas Pilsl an.

4000 Polizisten sollen hier vier Mal pro Jahr verschiedene Ausbildungsprogramme durchlaufen. In dem großräumigen umzäunten Areal samt Außenschießanlage können maximal 100 Beamte zur gleichen Zeit trainieren.

Musterprojekt

"Wir wollen grundsätzlich in jedem Bundesland ein derartiges Zentrum. Aber alles geht nicht auf einmal", erklärt Sobotka. Dort, wo man neue Polizeisicherheitszentralen errichten werde, sollen diese Ausbildungsstätten mitintegriert werden. In der täglichen Polizeiarbeit sei es extrem wichtig, die Ausbildung auf dem letzten Stand zu halten, so der Minister. Die Herausforderungen würden ständig steigen. Mit bewaffneten Drohnen, die von Kriminellen gesteuert würden, stehe für die Polizei schon die nächste Herausforderung an, warnt er.

Beim letzten G-20-Gipfel in Hamburg hätten 200 österreichische Polizisten bewiesen, dass sie den internationalen Vergleich nicht scheuen müssten, lobt Sobotka die Einsatzkräfte. In Betrieb gehen soll das Sattledter Trainingszentrum im Frühjahr 2019. "Da möchte ich es dann eröffnen", wünscht sich der Innenminister.

Beamte

Die in OÖ bis 2020 kolportierte Zahl von jährlich 250 neuen Polizeibeamten um auch Karenz- und Teilzeitkräfte in den Inspektionen auszugleichen, bestätigt Sobotka im KURIER-Gespräch nicht konkret, aber grundsätzlich. "Das hat wenig mit Zahlenspielen zu tun. Wichtig ist, die Beamten für die neuen Herausforderungen, wie Terror oder neue Kriminalität bereitstellen zu können und dafür Ausbildungsplätze zu haben", sagt er. In OÖ wurden aktuell im September 75 neue Polizeischüler aufgenommen, im Dezember folgen weitere 75. Die seit Juli in Linz stationierte Bereitschaftseinheit mit 50 Beamten steht täglich im Zentralraum im Einsatz.

Vor dem angetretenen Zug von Polizeischülern und Ausbildnern unterschrieb der Minister nicht nur den Vertrag für den Neubau des Trainingscenters, sondern bestellte Landespolizeidirektor Pilsl per Dekret ab 1. Oktober für weitere fünf Jahre zum OÖ Polizeichef.