475 OÖ-Betriebe verarbeiten pro Woche weniger als fünf Tonnen Fleisch.

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Chronik Oberösterreich
07/08/2020

OÖ-Lebensmittelaufsicht: Kampagne für Hygiene in Schlachthöfen

Kleine regionale Betriebe seien laut Landesrat Stefan Kaineder die Zukunft der Lebensmittelbranche.

von Petra Stacher

In den vergangenen Wochen ist die fleischverarbeitende Industrie vermehrt in den Fokus geraten. Grund dafür sind Covid-19-Fälle, die in größeren Betrieben auftraten. Nachdem in Deutschland der Schlachtbetrieb Tönnies zahlreiche Infizierte aufwies, hat Corona in der vergangenen Woche auch in – bis dato vier (Stand Mittwochnachmittag) – heimischen fleischverarbeitenden Betriebe Einzug gehalten.

Die Lebensmittelaufsicht des Landes Oberösterreich nimmt dies nun zum Anlass, eine Infokampagne zu starten.

Konkret werden Hinweise zu Hygienemaßnahmen und Vorkehrungen speziell gegen das Coronavirus gegeben, sagte Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

In den Zuständigkeitsbereich von Kaineder fallen allerdings nur kleine und mittlere Betriebe, die pro Woche weniger als fünf Tonnen Fleisch verarbeiten. Das sind in Oberösterreich 475 Betriebe. Bisher sind dort keine Corona-Fälle publik geworden.

Regionale Lieferketten

Bei stichprobenartigen Kontrollen in 231 Betrieben hatte die Lebensmittelaufsicht vergangenes Jahr bei 23 leichte und mittlere Beanstandungen gehabt. Angezeigt wurden vier, weil Hygienevorschriften nicht eingehalten wurden.

„Bei den Kontrollen, die wir durchführten, konnten wir sehr positive Eindrücke gewinnen. Wir hatten kaum Beanstandungen“, zieht Kaineder sein Fazit. Er sieht darin eine Bestätigung dafür, dass kleine, regionale Versorger und nicht industrielle Betriebe die Zukunft der Branche seien.

Um kleine, regionale Betriebe dahingehend zu unterstützen, sei ein Eingriff der Politik notwendig. „Das Wichtigste ist es, regionale Lieferketten zu fördern“, sagt Kaineder.

Elementar sei dabei, die Bevölkerung auf regionale Anbieter aufmerksam zu machen und dementsprechende Vermarktungsinitiativen zu setzen. Als Beispiel nannte Kaineder die App „Gutes finden“, mit deren Hilfe Bürger nachhaltige Anbieter in ihrer Umgebung finden können.

Produktkennzeichnung

Ein weiterer wichtiger Punkt sei laut Kaineder die Lebensmittelkennzeichnung in der Gastronomie: „Hier heißt es, Miteinander zu arbeiten.

Wir wollen nicht Mehrarbeit für den Wirten schaffen, sondern unkompliziert Gäste darüber informieren, von wo die Produkte stammen“, sagt Kaineder. Auch eine Änderung der Förderstruktur auf EU-Ebene sei notwendig, um nachhaltige Betriebe zu stärken.

Vorteile hätte das auch in Zeiten von Corona: Denn kleinere Betriebe seien aufgrund der Arbeitsstruktur nicht so anfällig für Infektionen. Vorerst werde es deshalb auch keine flächendeckende Testung in den kleinen 475 Betrieben geben.

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