Chronik | Oberösterreich
04.07.2017

OÖ: 15-Jähriger soll Amoklauf geplant haben

Die Pläne für den Amoklauf in einer Schule im Bezirk Gmunden seien laut Staatsanwaltschaft "sehr konkret" gewesen. Jugendlicher in U-Haft.

Laut Ermittlern war sein Vorhaben „sehr konkret“: Ein 15-Jähriger habe an seiner ehemaligen Schule in Ohlsdorf im oberösterreichischen Salzkammergut ein Blutbad anrichten wollen. Der Bursch wurde am vergangenen Freitag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wels in Haft genommen. Über ihn wurde bereits die Untersuchungshaft verhängt. In der Wohnung des Verdächtigen waren illegale Waffen gefunden worden.
Die Exekutive hatte den 15-Jährigen wegen Nazi-Schmierereien an der Fassade der Neuen Mittelschule (NMS) im Bezirk Gmunden ausgeforscht. Gemeinsam mit zwei Kumpanen soll der verdächtige Schüler eines Polytechnikums am Montag der Vorwoche Hakenkreuze auf die Fassade des Gebäudes gesprüht haben. Wie die Bezirksrundschau berichtete, kam die Polizei dem Trio allerdings rasch auf die Schliche.
„Im Zuge der Ermittlungen wurden dann auch die Drohungen des Burschen gegen seine Ex-Lehrer und die Schüler bekannt“, erklärte Bezirksschulinspektor Robert Thalhammer. Die Schule informierte die Exekutive über den Verdacht, dass ein Amoklauf geplant sein könnte. Konkret sollen Bekannte des Schülers die Lehrer in der Ohlsdorfer Bildungseinrichtung von den Drohungen des 15-Jährigen und der angekündigten Gewalttat informiert haben.
Bei einer freiwilligen Nachschau in dessen Wohnung stießen die Beamten auf eine Gaspistole, sowie Hieb- und Stichwaffen. Daher klickten für ihn schließlich die Handschellen. Das Motiv betreffe das schulische Umfeld ließ Christian Hubmer, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels, wissen. Details dazu gab es vorerst nicht. Es gibt auch keine Angaben darüber, ob der Schüler geständig ist und was er zu den Vorwürfen sagt.
Ängste„Ich dachte zuerst, dass es sich um eine Art Prahlerei handelt. Doch der Fund der Waffen änderte das. Außerdem haben die Drohungen des Ex-Schülers in der Schule für Besorgnis und Ängste gesorgt“, sagt Bezirksschulinspektor Thalhammer. An der Ohlsdorfer NMS wollte den Vorfall am Dienstag niemand kommentieren. Telefonisch verwies man nur darauf, dass der Verdächtige nicht mehr an der Schule sei. Der nun in der Justizanstalt Wels einsitzende Bursch war vor zweieinhalb Jahren aus Niederösterreich zu seiner Mutter ins Salzkammergut gezogen. In seiner aktuellen Schule sei er als eher unauffällig und zurückgezogen beschrieben worden, berichtet Thalhammer. „Im letzten halben Jahr soll er sich sogar richtig gut an dieser Schule eingelebt haben“, schildert er weiters. Am Polytechnikum selbst war am Dienstag für den KURIER niemand erreichbar.
Kein SicherheitsrisikoAuch Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer zeigt sich mit der Vorgangsweise der Polizei sowie der Justiz sehr einverstanden, heißt es aus dessen Büro. Das Wichtigste sei, dass es an den Schulen kein Sicherheitsrisiko gäbe. Enzenhofer: „Die Sicherheitsbehörden haben absolut richtig gehandelt. Die Zusammenarbeit zwischen der Schulbehörde und der Polizei funktioniert gut“, sagte Sprecher Karl Steinparz.