Chronik | Oberösterreich
04.11.2018

„Mit Leidenschaft zum Erfolg“

Hans Pum. Der ÖSV-Sportdirektor blickt auf einen Skiwinter mit gleich zwei Weltmeisterschaften

„Das wird sicher ein interessanter Winter, eine WM-Saison in allen Sparten und Disziplinen“, fasst ÖSV-Sportdirektor Hans Pum seine Erwartungen zusammen. Das rot-weiß-rote Team sei jedenfalls gerüstet, trotz der hohen Temperaturen seien die Trainingsbedingungen gut gewesen.

Bei den Alpinen sei Marcel Hirscher das Maß aller Dinge, sagt Pum: „Mit seinen großartigen Erfolgen in den letzten Jahren überstrahlt er natürlich alles.“ Dahinter dränge jedoch quer durch alle Disziplinen ein starkes Team nach. Geht es nach Pum, sollte „im Speedbereich die Kristallkugel wieder nach Österreich geholt werden“. Optimistisch stimme nicht zuletzt die gute Form von Vincent Kriechmayr – „ein irrsinnig fleißiger Trainierer“ – zum Ausklang der vorigen Saison im schwedischen Are. Dort wird im Februar die WM der Alpinen ausgetragen, Pum rechnet mit sechs bis acht Medaillen. Die eine oder andere davon könnten die Damen einfahren.

Acht Österreicherinnen unter den Top 30 im Riesentorlauf beim Weltcup-Auftakt in Sölden sind für Pum eine starke Ansage: „Wir haben eine sehr junge Truppe. Wenn sie einen weiteren Schritt machen, sind sie vorne mit dabei.“ Auch bei den Nordischen spreche viel für eine gute Saison, ist Pum überzeugt. Mario Stecher, der neue Sportliche Leiter, mache das sehr gut. Und als Aktiver habe er vorgeführt wie Erfolg bei Großereignissen funktioniert.

Skispringer

Jedenfalls im Aufwind sollten nach ihrem Vorjahrestief die Skispringer unter dem neuen Coach Andreas Felder sein. Die Nordische WM steigt von Mitte Februar bis Anfang März in Seefeld in Tirol. Mehr als 700 Athleten aus rund 60 Ländern werden in 26 Bewerben um Medaillen rittern, zwischen 150.000 und 200.000 Zuschauer werden erwartet. „Das wird ein Skifest“, ist Pum überzeugt. „Wir haben die Möglichkeit, in allen Bereichen wenigstens eine Medaille zu schaffen.“

Als Sportdirektor des Österreichischen Skiverbands ist der 64-Jährige für rund 360 Athleten und 170 Trainer verantwortlich. Zusammen mit den Serviceleuten ergibt das ein mittelgroßes Unternehmen. Im Sommer seien im Verband strukturell und personell kleine Veränderungen vorgenommen worden, erklärt Pum: „Man muss immer wieder an den Schrauben drehen, damit sie nicht einrosten.“ Insgesamt beschreibt Pum das Arbeitsklima als sehr gut: „Das Um und Auf ist, dass man mit Herz und Leidenschaft dabei ist.“ Nur so sei Erfolg möglich.

Das verlängerte Feiertagswochenende verbringt Pum zu Hause in St. Oswald bei Freistadt. Zu Allerheiligen kommt hier traditionell die gesamte Familie zusammen, dieses Mal steht das Treffen unter dem Eindruck des Todes der Mutter. Sie ist im heuer 92-jährig verstorben. „Ein schönes Alter, aber es ist immer zu früh“, sagt Pum. Gleich danach geht es wieder hinaus in die weite Skiwelt.

Abgesehen von Einzelsiegen nennt Pum als das „ganz große Saisonziel“, im Weltcup zum 30. Mal in Folge den Nationencup zu gewinnen.

Und noch einmal darüber rangiert für ihn die Gesundheit: „Das ist für mich das Wichtigste, dass unsere Leute verletzungsfrei bleiben.“