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Chronik Oberösterreich
10/15/2019

Messerattacken: Mann wegen Kleindelikten aufgefallen

Schlägerei nach Streit um Alkoholkonsum von Muslimen. Außerdem gab es eine Sachbeschädigung bei einer Fahrprüfung.

Der 33-Jährige, der am Montag in Wullowitz einen Flüchtlingsbetreuer mit einem Messer schwer verletzt und einen Bauern erstochen haben soll, hat sich in Linz bei seiner Festnahme zunächst "entsprechend gewehrt". Das sagte Landespolizeidirektor Andreas Pilsl bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Den Angaben zufolge war der Mann vor der Tat schon zweimal angezeigt worden.

Der Verdächtige war am 11. Juli 2015 "schlepperunterstützt nach Österreich eingereist und hat noch am selben Tag Asylantrag gestellt", berichtete Pilsl. Nachdem dieser abgewiesen wurde, legte der Afghane Beschwerde ein. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Der Mann fiel in der Vergangenheit polizeilich auf, weil er einmal auffällig aus dem Koran gelesen hat. Er gilt als streng gläubig, aber nicht als radikalisiert, sagte Pilsl.

Zweimal wurde der Afghane angezeigt: Einmal nach einer Rauferei in einer Volkshochschule. Bei dem Streit um Trinken von Alkohol wurde der Mann selbst verletzt, die Angelegenheit mit einer Diversion erledigt, berichtete Philip Christl. Es wurde eine Probezeit bestimmt.

Die zweite Anzeige erfolgte nach einer Sachbeschädigung in einer Fahrschule in Freistadt, nachdem der 33-Jährige bei der Prüfung durchgefallen war. "Man hätte mit viel gutem Willen nicht daran denken können, ihn festzunehmen", sagte Christl. Das wäre aus rechtlichen Gründen gar nicht möglich.

Außerdem gäbe es keine Anzeigen in Zusammenhang mit illegalen Drogen, was von Medien spekuliert worden war.

Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) hat noch ein weiteres brisantes Detail recherchiert: So soll der Afghane im Mai 2019 gegen seine Frau gewalttätig geworden sein, worauf er eine zweiwöchige Wegweisung ausgesprochen bekam.

Trotz umfassender Unterstützung habe die Betroffene von einer Anzeige abgesehen und sei auch nicht übersiedelt, ergaben die Nachforschungen des Landesrats.

Der zuständigen Stelle für die Grundversorgung (GVS) liegen keine Verurteilungen des Verdächtigen vor, so die Informationen Anschobers. Allerdings habe die GVS ihn im September dieses Jahres einem Anti-Gewalt-Training zugewiesen. An den ersten Einheiten habe er laut Anschober auch teilgenommen.

An der gestrigen Attacke auf den Flüchtlingshelfer wurde der Mann zunächst von anderen Asylwerbern gehindert. Wie Gottfried Mittlerlehner, Leiter des Landeskriminalamts Oberösterreich berichtete, riss er sich aber los und stach mit dem Messer, einem Klappmesser, auf sein Opfer ein. Drei Asylwerber wurden beim Verteidigungsversuch leicht verletzt.