Medizinstudenten werden in OÖ im sechsten Studienjahr auf Praxis zu Hausärzten geschickt

© IAKW-AG, iStock/Getty Images, Vesna Andjic

Ärztemangel
09/24/2019

Medizin-Uni führt für Studenten Pflichtpraktika bei Hausärzten ein

Mit Pionierprojekt wollen die Uni Linz, die OÖ Krankenkasse und die Ärztekammer neue Allgemeinmediziner locken.

von Wolfgang Atzenhofer

Mit Pionierprojekt wollen Uni, OÖ Krankenkasse und Ärztekammer neue Hausärzte locken. Im Kampf gegen die Ärztenot in Hausarztpraxen geht man in Oberösterreich neue Wege. Medizinstudenten werden dort verpflichtet, schon im Rahmen ihres Studiums ein Praktikum in der Ordination eines Allgemeinmediziners zu absolvieren. Im Gegenzug bekommen sie ein Taschengeld in der Höhe von 650 Euro. Mit der gemeinsamen Aktion der JKU-Medizin-Uni in Linz, der OÖ Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer soll angehenden Ärzten schon frühzeitig die Scheu vor der Arbeit als Allgemeinmediziner genommen werden.

„Wir wollen damit ein Pionierprojekt auch für die anderen drei österreichischen Medizinuniversitäten schaffen“, erklärt die Professorin und Linzer Vizerektorin Andrea Olschewski. Das Wissen der Studenten im allgemeinmedizinischen Bereich werde deutlich aufgewertet.

Junge Fakultät

In der vor fünf Jahren gegründeten Med-Fakultät der JKU werden nun im Herbst erstmals 35 Studenten in ihrem sechsten Studienjahr zum Praktikum in die Privatordinationen ausschwärmen. 30 Hausärzte haben dafür bereits die Zertifizierung der Uni, so die Vizerektorin. Als Entschädigung für das vierwöchige Praktikum bekommen sie von der Uni 500 Euro für ihre Anstrengungen überwiesen.

Den Großteil des sechsten Studienjahres, des sogenannten „Klinisch-Praktischen Jahrs“, verbringen die Studenten, wie auch an den anderen österreichischen Medizinuniversitäten zur Praxisausbildung aber weiter in den Spitälern. Diese Praxisarbeit wird bereits überall mit 650 Euro Taschengeld entschädigt.

Das Extrataschengeld für die allgemeinmedizinische Praxis in OÖ finanzieren die Gebietskrankenkasse und die Ärztekammer. „Damit wollen wir den Studenten möglichst früh signalisieren, dass die Allgemeinmedizin genauso wertvoll ist, wie andere Fächer“, erklärt OÖ-Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser. Man wolle Anreize für den Beruf des Hausarztes schaffen. Aktuell sind 35 Kassenstellen für Haus- und Fachärzte unbesetzt.

Möglich geworden sei die Aktion nur durch die gute regionale Kooperation aller Beteiligten, sagt Krankenkassenobmann Albert Maringer. Es wurde ein Vertrag auf fünf Jahre fixiert. Damit muss die mit Beginn 2020 startende Gesundheitskasse Österreich das Modell weitertragen. „Wegnehmen lassen wir uns das nicht mehr“, betont Ärztepräsident Niedermoser.

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