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Löschwasser knapp: Feuerwehren in OÖ zapfen private Pools an

Die extreme Trockenheit in den Sommermonaten zwingt Einsatzkräfte dazu, private Schwimmteiche und Pools als Löschwasserquelle zu nutzen.
Feuerwehr

Zusammenfassung

  • Oberösterreichs Feuerwehren leisteten in den vergangenen acht Wochen 8.604 Einsätze und 118.228 ehrenamtliche Stunden unter außergewöhnlich hoher Belastung.
  • Bei Wald- und Brandeinsätzen sorgt Wasserknappheit zunehmend für Probleme, weshalb Feuerwehren teils auf private Pools und Schwimmteiche als kurzfristige Wasserquelle zurückgreifen.
  • Das oberösterreichische Feuer- und Gefahrenpolizeigesetz verpflichtet Privatpersonen im Einsatzfall zur Duldung solcher Löschwasserentnahmen, wenn keine andere Versorgung möglich ist.

Die trockenen und heißen Sommermonate Juni und Juli haben Oberösterreichs Feuerwehren außergewöhnlich stark gefordert. Insgesamt wurden von 59.497 Feuerwehrfrauen und -männern 118.228 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet, zog die zuständige Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) am Wochenende eine erste Bilanz.

In den vergangenen acht Wochen rückten 810 Feuerwehren in Oberösterreich 8.604 Mal aus. Davon waren 1.844 Brandeinsätze und 6.760 technische Einsätze zu leisten. „Für die Feuerwehren bedeutete dies eine außergewöhnlich hohe Belastung“, bedankte sich die Landesrätin bei den ehrenamtlichen Helfern.

Landesfeuerwehrkommandant Robert Mayer wies darauf hin, dass viele Einsätze „körperliche Höchstleistungen, technisches Spezialwissen und oftmals auch große psychische Belastbarkeit“ bedeuten würden. Ohne die freiwilligen Feuerwehrmitglieder wäre das „hohe Sicherheitsniveau in unserem Land nicht möglich“, so Mayer.

Wasserknappheit stellt Einsatzkräfte vor Probleme

Bei Waldbränden kämpfen die Feuerwehren zunehmend mit Wasserknappheit. Um die Flammen zu bekämpfen, müssen sie immer öfter auf Schwimmbäder, Schwimmteiche oder private Pools als Wasserquelle zurückgreifen.

Bei einem Brandeinsatz in Tragwein im Bezirk Freistadt etwa musste die örtliche Feuerwehr auf einen privaten Swimmingpool zurückgreifen, berichtet ORF. „In der Nähe hatten wir sonst keine Wasserversorgung, außer einen Pool und einen Löschbehälter“, schildert Daniel Schützenhofer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Tragwein, die Situation gegenüber dem ORF.

In der ersten Phase eines Brandes könne es erforderlich sein, Wasser aus solchen privaten Quellen zu entnehmen, heißt es vom Landesfeuerwehrkommando (LFK). Obwohl Pools mit 30.000 Litern bei einem Waldbrand nur etwa fünf Minuten ausreichen würden, seien sie von großer Bedeutung, bis andere Quellen erschlossen werden.

Gesetzliche Duldungspflicht für Privatpersonen

„Das Oberösterreichische Feuer- und Gefahrenpolizeigesetz sieht vor, dass die Privatpersonen gewisse Duldungspflichten im Einsatzfall haben. Das betrifft einerseits den Brandeinsatz, aber auch alle anderen Feuerwehreinsätze. Und da gehört unter anderem auch dazu, dass wenn es nicht anders möglich ist, dass man sich eben der Löschwasserentnahme bei Schwimmbädern und Ähnlichem bedienen darf“, erklärt Marie-Sophie Gahler vom LFK gegenüber dem ORF.

Für eine ausreichende Löschwasserversorgung müssen Bäche mindestens 30 Zentimeter tief sein, deshalb könne bei weitem nicht jeder Bach genutzt werden. Durch die starke Hitze und das Ausbleiben von Regenfällen führen viele Flüsse und Bäche aktuell nur Niedrigwasser. An fast allen großen Zubringern zur Donau in Oberösterreich liegt der Abfluss bereits unter dem langjährigen Niederwasserwert. Im Innviertel ist die rund 40 Kilometer lange Mattig, die in den Inn mündet, auf einer Strecke von fünf Kilometern komplett trockengefallen. 

Hilfsbereite Landwirte

Bis eine entsprechende Löschwasserleitung errichtet sei, würden oft Landwirte mit Vakuumfässern aushelfen. „Es wird immer bei einer Verhältnismäßigkeitsabwägung geschaut, was ich sonst noch heranbringen kann. Landwirte sind oft eine große Unterstützung“, so Gahler gegenüber dem ORF.

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