Friseurbetriebe sind derzeit geschlossen

© APA/ROLAND SCHLAGER

Chronik Oberösterreich
11/28/2021

„Der Lockdown trifft uns alle sehr hart“

Heftige Umsatzeinbußen für OÖs Wirtschaft; Forderung nach rascher Hilfe und Unterstützung

von Claudia Stelzel-Pröll

Und wieder grüßt das Lockdown-Murmeltier. Was sich vor ein paar Wochen die wenigsten vorstellen konnten, ist nun wieder Alltag. Viele Branchen trifft der Lockdown hart. Manche sind mittlerweile schon kreativ, richten Abholservices, Online-Shops oder Video-Shopping-Beratungen ein. Das ist nicht überall möglich.

Die 1524 oberösterreichischen Friseurbetriebe zum Beispiel haben einfach geschlossen: „Es ist wirklich zum Haare raufen und trifft uns sehr hart“, bringt es Innungsmeisterin Erika Rainer auf den Punkt. Die Unternehmerin mit eigenem Betrieb in Attnang-Puchheim erklärt, „dass sich die Betriebe ja immer vorbildlich an alle Maßnahmen gehalten haben. Wir arbeiten mit Maske hinter den Kundinnen und Kunden. Ein Friseurbesuch ist einfach ein Grundbedürfnis die Körperpflege und Hygiene betreffend.“

Einheitliche Öffnung

Rainer plädiert für eine bundesweit einheitliche Lösung, was das Aufsperren betrifft: „Es kann nicht sein, dass in manchen Bundesländern am 12. und bei uns erst am 17. Dezember aufgesperrt werden darf. Wie sollen wir eine Woche vor Weihnachten alle Termine unterbringen?“. Rainer fordert rasche und unbürokratische Hilfen.

„Der Lockdown für Oberösterreich war angesichts der Infektionszahlen und der Situation in den Spitälern unvermeidlich. Für die Wirtschaft und speziell für den Handel bedeutet dies allerdings eine Totalbremsung, noch dazu kurz vor dem so sehnlichst herbei gewünschten Weihnachtsgeschäft, er wird einen massiven wirtschaftlichen Schaden auslösen“, bedauert Ernst Wiesinger, Obmann der Sparte Handel der WKOÖ.

Das Weihnachtsgeschäft sei für viele Branchen die umsatzstärkste Zeit im Jahr und könne nachher nicht mehr aufgeholt werden, so Wiesinger: „Die Waren sind alle bestellt, großteils auf Lager und können jetzt nicht verkauft werden. Wir brauchen dringend finanzielle Ausgleichsmaßnahmen für die betroffenen Händler.“ Jeder sei gefordert, seinen Beitrag zu leisten: „Wir müssen von den hohen Inzidenzzahlen wegkommen, die vierte Welle bekämpfen, aber auch den nächsten Wirtschaftsabschwung verhindern“, sagt Wiesinger.

Die staatlich angeordneten Geschäftsschließungen treffen die Betriebe noch härter als vergangenes Jahr. Heuer fallen drei Einkaufssamstage im Advent und der Marienfeiertag weg. Handelsexperten der Johannes Kepler Universität Linz schätzen den Umsatzentgang auf 3,1 Mrd. Euro. Dieser errechnet sich aus Umsatzverlusten im November von rund 1,1 Mrd. Euro plus 1,3 Mrd. Euro bis zum geplanten Ende des Lockdowns für Geimpfte am 12. Dezember. Dazu kommen laut JKU rund 200 Mio. Euro durch die Lockdown-Verlängerung in Oberösterreich und Salzburg bis 17. Dezember sowie weitere rund 500 Mio. Euro, da der Lockdown für Ungeimpfte länger dauert. Zu erwarten sei eine massive Verschiebung ins Onlinegeschäft.

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