Dieses Foto des Ordnungsdienst-Mitarbeiters soll samt Hitler-Zitat im Pausenraum gehangen sein. Laut FP-Stadtrat Wimmer gibt es dafür aber keine Beweise

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Chronik | Oberösterreich
03/26/2014

Linzer Ordnungsdienst-Mitarbeiter mit "Hitler-Zitat" im Pausenraum?

Anschuldigungen stammen von Ex-Mitarbeitern.

Das Foto zeigt einen Mitarbeiter des Linzer Ordnungsdienstes, über dessen Kopf in Frakturschrift das Hitler-Zitat "Flink wie ein Windhund, hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder" prangt. Darunter steht der Spruch "dass ist ein Deutscher Junge", wobei ein "s" im Wort "dass" durchgestrichen ist.

Es untermauert Anschuldigungen, die zwei Ex-Mitarbeiter des Ordnungsdienstes der Stadt (OSL) im Nachrichtenmagazin Profil erhoben haben. Einer behauptete, dass dieses Bild samt Hitler-Zitat im Pausenraum der Stadtwächter hing. Den OSL-Teamleiter und die Geschäftsführung soll das angeblich nicht gestört haben.

Aus Frust darüber soll der Mitarbeiter seinen Job hingeschmissen haben. Er behauptete, dass zwei Ex-Kollegen auch Bettler teilweise arg beschimpft und manchen von ihnen rechtswidrig die Ausweise abgenommen hätten. Es soll Mitarbeiter gegeben haben, die sich als "Bettlerjäger" verstanden. Sie seien "auf alle hingefahren, die irgendwie osteuropäisch und arm" aussahen. Anderen Mitarbeitern warf er vor, mutwillig Schlägereien provoziert zu haben.

"Der Bericht bestätigt vieles, was Kritiker der Bürgerwehr schon lang befürchten. Nämlich, dass die Stadtwache ein Instrument der rechten Law-and-Order Politiker gegen die Schwächsten in der Gesellschaft ist", kritisiert Michael Schmida, Sprecher der BürgerInnen-Initiative gegen die Stadtwache.

Der Grüne Bezirkssprecher Severin Mayr sieht die Forderung seiner Partei nach Auflösung des mehr als eine Million Euro teuren Ordnungsdiensts damit einmal mehr bestätigt: "Dafür sollte nicht länger Geld verschwendet werden. Die Vorwürfe gehören restlos aufgeklärt." OSL-Geschäftsführer Reinhard Kriechbaum war für den KURIER nicht erreichbar. Der ressortzuständige Stadtrat und OSL-Aufsichtsrat Detlef Wimmer (FP) betont, dass sich die Vorwürfe nicht bestätigen ließen: "Daher sehe ich keinen weiteren Handlungsbedarf."