Kein Platz für Notfall-Patientin: OÖG-Aufsichtsrat tagt, externe Prüfung startet

Landeshauptmannstellvertreterin Haberlander kündigte eine externe Prüfungskommission an.
Ärzte in blauer Kleidung schieben eine Person auf einer Trage durch einen Flur.

Nach dem Tod einer Patientin aus dem Krankenhaus Rohrbach, die in keiner Spezialklinik aufgenommen wurde, ist für 17. November eine Sondersitzung des Aufsichtsrats der Oö. Gesundheitsholding (OÖG) anberaumt worden.

Die für Gesundheit zuständige Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) kündigte im Gespräch mit dem ORF zudem an, eine externe Expertenkommission einzusetzen.

Häufung von Todesfällen wegen Systemüberlastung

Zuletzt wurden mehrere tragische Todesfälle in Zusammenhang mit dem überlasteten Gesundheitssystem bekannt. Die Vorfälle schlagen hohe Wellen, die Empörung ist groß. 

Landeshauptmannstellvertreterin Haberlander kündigte eine externe Prüfungskommission an.
Weiterlesen
Eine 55-jährige Frau starb in Oberösterreich, weil kein auf Herzchirurgie spezialisiertes Spital Platz hatte. Die Politik fordert Aufklärung, Sondersitzung des Aufsichtsrates der Gesundheitsholding geplant.
Weiterlesen
Länderübergreifende Zusammenarbeit rückt in den Fokus. Oberösterreich reagiert mit Expertenkommission und Aufstockung von Intensivbetten.
Weiterlesen
Eine 55-jährige Frau in Oberösterreich starb, weil kein geeignetes Spital rechtzeitig Platz für sie hatte. Wie konnte es so weit kommen?
Weiterlesen
Im Bezirk Liezen brach am 13. Oktober ein 49-Jähriger zusammen. Bis der Notarzt eintraf, verging eine dreiviertel Stunde.
Weiterlesen

Ergebnisse nächste Woche erwartet

Es sei bereits eine genaue Prüfung des Falles in Auftrag gegeben worden, hieß es aus Haberlanders Büro. Die Abteilung Gesundheit habe alle Krankenhausträger, die vom Krankenhaus Rohrbach wegen des Notfalls kontaktiert wurden, um eine Analyse des Sachverhalts ersucht. 

Diese solle Mitte der kommenden Woche vorliegen. Zudem solle "zeitnah" eine Expertenkommission eingesetzt werden. Wer diese leiten wird, ist noch offen. Ein Mitglied werde jedenfalls Jakob Hochgerner, der Leiter der Abteilung Gesundheit, sein.

Kommunikationskanäle verbessern

Darüber hinaus sollen die Kommunikationskanäle zwischen den Spitälern verbessert werden. "Ich möchte den Analysen der Expertinnen und Experten nicht vorgreifen, aber für mich zeigt sich bereits jetzt: Kommunikation ist ein zentraler Punkt, auf den man genau schauen muss", so Haberlander. 

Es müssten klare Kommunikationsstrategien und -wege entwickelt werden - eine Art "rotes Telefon", wie sie das Projekt nennt. Ohnehin bereits geplant sei auch eine Erhöhung der Intensivkapazitäten von derzeit 383 auf 468 Intensivbetten.

Kommentare