„Kein Crash im neuen Jahr 2012“

„Es wird weder einen Konjunktur- noch einen Systemcrash geben“, ist Alois Wögerbauer zuversichtlich.

Noch nie in der Geschichte waren Unternehmen so gut auf eine Abschwächung der Wirtschaft vorbereitet wie jetzt“, sagt Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der in Linz beheimateten 3-Banken-Generali Investmentgesellschaft. 2008 seien die Firmen von der Krise noch überrascht worden, heute seien sie ungleich besser darauf eingestellt. In Europa werde es eine Rezession geben, die aber schon in den Aktienkursen eingepreist sei. „Ich kann mich an keine Krise erinnern, die angekündigt war. Deshalb bin ich für 2012 entspannt.“ Der Knackpunkt für die Euro-Entwicklung sei Italien. Wenn es sich am Finanzmarkt nicht refinanzieren könne, werde die Europäische Zentralbank einspringen. „Der Systemcrash wird nicht kommen. Die EZB wird in so einem Fall alle Grundsätze über Bord werfen und italienische Staatsanleihen massiv aufkaufen.“

Fondsmanager des Jahres

2011 war für die Wiener Börse ein katastrophales Jahr. Der Börsenindex ATX verlor 35 Prozent, nur die vier Börsen Ägypten, Zypern, Ukraine und Griechenland waren weltweit schlechter als Österreich. Wien verlor rund doppelt so viel als der europäische Schnitt. „Die Wahrnehmung Österreichs im Ausland hat sich verändert.“ Es gebe in Österreich keine Partei mehr, die für den Kapitalmarkt eintrete. „Wenn man in der Börse ist, gilt man als Spekulant. Das ist einer Industrienation unwürdig.“

Alois Wögerbauer konnte mit seinem Österreich-Fonds dennoch überzeugen. Er lag um neun Prozent besser als der ATX. Damit wurde er zum dritten Mal Österreichs Fondsmanager des Jahres.

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( Kurier ) Erstellt am 31.12.2011