Chronik | Oberösterreich
20.12.2017

Ideen für früheren Pendlerparkplatz gesucht

Linzer Bürger können Wünsche zu Gestaltung des Urfahraner Jahrmarktareals abliefern / Pendler fordern weiter Stellflächen.

Das Urfahraner Marktgelände – eines der heurigen Aufregerthemen in Linz – bekommt vor Jahresschluss noch einmal besondere Aufmerksamkeit. Das Jahrzehnte von Hunderten Pendlern als Parkplatz genutzte Gelände im Herbst musste für Verkehrsteilnehmer aus rechtlichen Gründen gesperrt werden. Nun suchen die Stadtverantwortlichen Ideen in der Bevölkerung für die künftige Nutzung des Geländes.

"Wir werden unsere Online-Beteiligungsplattform wieder öffnen und die Bürger einladen, mit uns in Diskurs zu treten", berichtet Bürgermeister Klaus Luger, SPÖ. Rund zwei Monate sollen nun Interessierte ihre Wünsche, Pläne und Visionen für das Urfahraner Gelände auf www.meinlinz.at vorstellen und diskutieren können. Dabei dürfen die Bäume aber nicht den Himmel wachsen. Die Abhaltung des Jahrmarktes zwei Mal pro Jahr und die Widmung als Hochwasserschutzfläche des 35.000 m² großen Areals lasse keine großen Sprünge zu, meint Luger.

Ressource

Dennoch werden auf der Internetseite kreative Vorschläge für Freizeitbereiche wie "Spiel & Sport", "Ruhe & Erholung" bis zu "Wasser & Wellen" gesucht. Eine derart attraktive Ressource, die sich direkt an der Donau, aber auch in der Nähe zum Stadtzentrum befindet, hätten wenige Städte zur Verfügung, ist Luger überzeugt. Auf der Plattform sind 1700 User registriert. Ihre Ideen sollen im Frühjahr von einer Fachjury bewertet werden. Bis zum Sommer 2018 sollen Experten erarbeiten, "wo die Reise hingeht". Luger sieht Chancen für mittelgroße Konzerte, Gastronomie oder auch attraktive Winterprogramme.

Die Ideensammlung wird aber nicht nur positiv beurteilt. Die Plattform dürfe nicht zur Alibi-Bürgerbeteiligung verkommen, verlangt ÖVP-Klubchef Martin Hajart. Eine frühere Aktion zum Thema "Freiraum" habe 230 Vorschläge gebracht, von denen nichts umgesetzt worden sei. Kritik kommt auch von den Mühlviertler Pendlern. Es sei eine Schande, dass so eine Fläche nicht wie früher als Parkplatz genützt werden dürfe, meint Michael Hammer. Er würde ein Umwidmungsverfahren der Stadt begrüßen. Am Gelände selbst werden derzeit Christbäume verkauft. Spürbar weniger als früher, als viele Pendler Bäume mitnahmen, erzählt ein Bauer.