Chronik | Oberösterreich
22.07.2018

Herbert, der Marathonmann

Herbert Orlinger. Der 58–jährige Linzer tritt heute in Füssen zu seinem 150. Marathon an

Herbert Orlinger feiert ein Jubiläum. Der 58-Jährige startet heute, Sonntag, beim Marathon in bayerischen Füssen. Es ist sein 150. Antreten, seit er 2002 mit dem Marathonlaufen begonnen hat. Damit ist er der Linzer mit den meisten Starts. Fünf Tage später steht Prag am Programm, wo um 15 Uhr der Emil-Zatopek-Erinnerungsmarathon gestartet wird. Die tschechische Lauflegende siegte am 27. Juli 1952 beim Marathon von Helsinki. Bei diesen Olympischen Spielen gewann die Ausnahmeerscheinung drei Goldmedaillen.

Orlinger war schon rund um die Welt unterwegs: von Boston bis Madeira, von Loch Ness bis in den Oman. Der nördlichste Marathon war in Rovaniemi am Polarkreis, der südlichste in Adelaide in Südafrika, der westlichste der Big Sur am Highway Nr. 1 in Kalifornien, der östlichste in Tokyo. Zu den 150 Marathons kommen noch 512 Halbmarathons.

Dabei ist Orlinger kein Leichtgewicht. Er ist 186 cm groß und 98 kg schwer. Seit einer Keuchhustenerkrankung in der Kindheit verfügt er über lediglich 71 Prozent Lungenfunktion, was seiner Freude am Laufen keinen Abbruch tut. Er ist auch Vollallergiker.

Warum tut er sich diese 42,195 km an, die er derzeit in rund viereinhalb Stunden bewältigt? „Es ist mein Hobby, ich will so viel wie möglich laufen“, antwortet er. Begonnen hat es damit, dass ihm das Radfahren zu zeitaufwändig geworden ist, weil es drei Mal so viel Zeiteinsatz bedarf wie das Laufen. Obwohl er so viel läuft, hat er noch keine Verletzungen erlitten, lediglich die Regenerationszeiten werden altergemäß länger. Zwischendurch gibt es Krafttraining, er schwimmt und fährt mit dem Rad. Heuer wird er auf insgesamt 20 Marathon starts kommen, obwohl er sie reduzieren will. „Es muss weniger werden.“ Seine Frau Evi lässt ihn gewähren, manchmal begleitet sie ihn bei seinen Reisen. Seine beiden Kinder (31 bzw. 28 Jahre) sind schon aus dem Haus. Die Reisen kosten natürlich Geld, dafür spart er lieber beim Auto.