Chronik | Oberösterreich
04.12.2016

Haimbuchner lehnt Seilbahn von Höss zur Wurzeralm ab

Bürgermeister Pyhrn-Priel-Region wollen neue Seilbahn © Bild: honorarfrei/Josef Ertl

Tiefer Graben zwischen Positionen der Bürgermeister aus der Pyhrn-Priel-Region und FPÖ-Naturschutzlandesrat.

"Mir ist bis heute kein eingereichtes Projekt bekannt. Ich bin ein bisschen verwundert, dass ich das aus den Medien erfahre. Es gibt ein Naturschutzgesetz. Unabhängig vom politischen Willen ist das rechtlich gar nicht möglich. Das ist auch strategisch vollkommen daneben. Irgendwann ist der Spaß zu Ende." Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner ( FPÖ), zuständig für den Naturschutz in der Landesregierung, lehnt im Gespräch mit dem KURIER den Bau einer Gondelseilbahn von der Höss zur Wurzeralm ab.

Die neun Bürgermeister der Pyhrn-Priel-Region, Bundesrat Ewald Lindinger (SPÖ) und der ÖVP-Landtagsabgeordnete Christian Dörfel fordern diese Seilbahn über das Naturschutzgebiet Warscheneck, um damit ein großes Skigebiet mit rund 100 Pistenkilometern zu ermöglichen, das mit anderen Regionen konkurrieren kann. Die Seilbahn soll rund zwei Kilometer lang sein und 20 bis 30 Millionen Euro kosten. Herbert Gösweiner, Vorsitzender des Tourismusverbandes, argumentiert, dass die Seilbahn nur eine Stütze im Naturschutzgebiet benötige. Dörfel: "Das Naturerlebnis und die Sportarena müssen gleichzeitig möglich sein." Die Menschen der Region hätten es satt, dass ihnen durch Zurufe von außen erklärt werde, was sie zu tun hätten. "Die ewige Schlechtmacherei und das Negieren durch die Naturschutzorganisationen können wir nicht mehr hinnehmen." Es müsse möglich sein, dass es zu einer zeitgemäßen Weiterentwicklung komme. Bürgermeister Helmut Wallner: "Was in Italien, in Salzburg und Tirol möglich ist, muss auch bei uns möglich sein."

Haimbuchner hingegen bezweifelt auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts. "Es ist fraglich, wie ein Betrag von bis zu 100 Millionen Euro aufgebracht werden kann." Denn es soll auch die Wurzeralm um rund 30 Millionen Euro erneuert werden. Haimbuchner bietet eine andere Lösung: Eine Verbindung von Vorder- nach Hinterstoder. "Das wäre eine Attraktivierung des Skigebiets, und es wäre rechtlich realisierbar." Diesen Ausbau hat die Region sowieso schon eingeplant. Er kostet rund 40 Millionen Euro.