© Boroviczeny Stephan

Chronik Oberösterreich
06/29/2012

Fallschirmspringerin schlug auf Wiese auf

Eine Linzerin hatte Problemen mit dem Hauptschirm. Sie stürzte aus rund 30 Metern Höhe mit großer Geschwindigkeit zu Boden.

von Jürgen Pachner

Ursula W. ist mit Leib und Seele Fallschirmspringerin. In den vergangenen Jahren hat die 29-Jährige mehr als 500 Sprünge verletzungsfrei absolviert. Nahezu jede freie Minute widmet die Software-Expertin ihrem luftigen Hobby – so auch am Donnerstagabend auf dem Flugplatz Wels.

Mit 13 Kollegen des Union-Fallschirmspringerclubs Linz bereitete sie sich auf die Staatsmeisterschaft im Formationsspringen vor. Die Sportler wurden bis in 4000 Meter Höhe geflogen, wo sie sich kollektiv aus dem Flugzeug stürzen sollten.  Während bei ihren Kollegen alles nach Plan verlief, hatte W.  gravierende Probleme beim Öffnen des Hauptschirms.

Möglicherweise in Panik geraten, unterlief ihr ein verhängnisvoller Fehler: Anstatt – wie vorgeschrieben – den defekten Fallschirm sofort vom Körper zu lösen, dürfte die routinierte Springerin die Reißleine für den Reserveschirm gezogen haben. „Wir können uns das nicht erklären – den defekten Schirm loszuwerden ist eine Hauptregel", sagt Union-Obmann Walter Gupfinger.

Schwer verletzt

Eine Kurzschlussreaktion, die der Linzerin beinahe das Leben gekostet hätte. Nachdem  sich der Rettungsschirm entfaltet hatte, hing der zweite Schirm zunächst wie ein Knäuel daran. Doch vor der Landung müssen sich die Springer gegen den Wind drehen, der Hauptschirm ist dabei zur Gänze aufgebläht worden. „Zwei  Schirme nebeneinander tragen nicht – die Folge war ein vertikaler Abstieg", erklärt Gupfinger.

W. stürzte  aus etwa 30 Metern mit hoher Geschwindigkeit zu  Boden, die Landung fiel entsprechend heftig aus.  „Sie hat schwere Becken- und Wirbelverletzungen erlitten und musste in der Nacht operiert werden." Der Zustand der 29-jährigen ist aber nicht lebensbedrohlich.

Der Union-Fallschirmspringerclub hätte am Freitag sein 45-Jahr-Jubiläum gefeiert. Gupfinger: „Wir haben das Fest natürlich abgesagt, zum Feiern ist jetzt niemandem mehr zumute." Nach einem derartigen Vorfall könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

 

Tandem-Fallschirmspringer: Nach Absturz drei Monate ans Bett gefesselt

Sechs Wirbelbrüche hat der Tandem-Fallschirmspringer Johann Kaindlstorfer am 23. Juni bei einem Absturz in Wels erlitten. Gestern, Freitag, durfte er das Spital verlassen.

„Mir geht es den Umständen entsprechend gut, in den nächsten drei Monaten muss ich ein Korsett tragen und darf nicht Sitzen", erzählt der 58-Jährige im KURIER-Gespräch. Seinen Bürojob wird er vorerst nicht ausüben können. „Auch das Stehen ist mir schon nach zehn Minuten zu anstrengend, ich werde wohl viel liegen müssen." Er soll auch nichts heben und sich nicht drehen. „Reden darf ich aber noch", nimmt Kaindlstorfer sein Schicksal mit Humor.

Psychisch hat sich der Familienvater von seinem Unglück gut erholt. „Für mich war sehr wichtig, dass es dem Mädchen, das mit mir abgestürzt ist, wieder besser geht." Die 19-jährige Stefanie K. hat sich zwei Rückenwirbel gebrochen. Im Gegensatz zu Kaindlstorfer musste sie operiert werden.

Unfallursache dürfte ein Materialfehler im Bereich der Verpackung des Fallschirms gewesen sein. Dass Kaindlstorfer nach 40 Jahren sein Hobby nun einfach aufgibt, ist nicht sicher: „Dieses Kapitel sollte nicht durch einen Sturz, sondern mit einem schönen Sprung beendet werden." 

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