Mit Brandbeschleuniger setzte der noch unbekannte Brandstifter einen Holzhaufen in Waldnähe in Brand.

© FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR

Enns
01/22/2020

Enns und Umgebung: Sechs Brände in drei Tagen

In allen Fällen gilt Brandstiftung als Ursache. Die Polizei sucht noch nach den Tätern

von Petra Stacher

Am Bahnhofsgelände in Enns liegt noch immer ein beißender Geruch in der Luft. Zwei Arbeiter mit Atemschutzmasken und ein Bagger räumen gerade einen riesengroßen Aschehaufen weg.

„Das hat schon so ausgesehen, bevor ich angefangen habe“, betont der Baggerführer. Denn mehr ist von der Lagerhalle, die am Sonntag in Vollbrand stand, nicht übrig geblieben.

Es war der größte Brand der vergangenen drei Tage in Enns. Denn in der Stadt und Umgebung musste die Freiwillige Feuerwehr Enns von Sonntag bis Dienstag gleich sechs Mal ausrücken.

Brandstiftung in allen Fällen

Zuerst brannte am Sonntag um 17.50 Uhr ein Mistkübel in der Bahnhofsunterführung. Um etwa 19.15 Uhr versuchte ein unbekannter Täter dann einen Container anzuzünden. Um 21.08 Uhr brannte schließlich die Holzhalle am Gelände des ehemaligen Frachtenbahnhofs bis auf seine Grundfesten nieder.

„Schon dumm, die so was einfach anzünden“, sagt der Baggerfahrer nur. Denn eins ist laut den polizeilichen Ermittlungen gewiss: Die Ursache war Brandstiftung.

Brandbeschleuniger

Damit nicht genug: Montagabend stand ein Holzhaufen in einem Waldgebiet beim Donauradweg in Flammen (Bild oben). Spürhunde erschnüffelten auch bei diesem Reste von Brandbeschleuniger.

Eine Ruhepause für die Feuerwehr gab es danach keine: Im nahe gelegenen Hargelsberg wurde am späten Dienstagabend zweimal Brandalarm gemeldet.

Holzstoß und Auto

Gegen 21.40 Uhr alarmierte ein Hausbesitzer die Feuerwehr über einen brennenden Holzstoß vor seinem Eigenheim. Wenig später wurden die Einsatzkräfte zu einem Autobrand gerufen: Ein Autositz fing zu brennen an. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte dürfte das Feuer aber nur noch geglost haben.

Seit Mittwochnachmittag ist gewiss, dass auch diese beiden Brände gelegt wurden. Laut Polizei dürfte es aber definitiv keinen Zusammenhang mit den vier Bränden in Enns geben.

„Laut Sachverständigen wurde ein anderer Brandbeschleuniger verwendet und das Vorgehen war ein anderes“, heißt es von der Landespolizeidirektion Oberösterreich. Folglich suchen sie nach zwei Tätern.

Feuerwehr im Dauereinsatz

Egal aber wie oder wer: Für die Feuerwehr ist es ein Wettlauf gegen die Zeit, gilt es doch die Feuer rasch unter Kontrolle zu bringen, damit diese nicht übergreifen. Allein 2018 gab es laut Innenministerium österreichweit 403 Fälle der Brandstiftung.

Ein bestimmtes System für solche Brandserien gebe es laut Thomas Renner vom oberösterreichischen Landesfeuerwehrverband aber nicht: Die Feuerwehr ist so aufgebaut, dass sie immer funktionieren muss, wenn sie benötigt wird.

So erhalten die Feuerwehrleute bei Brandalarm eine Nachricht. Ist es ein größerer Brand, wird nochmals eine nachgeschickt. „Wer daheim ist, der fährt“, sagt Renner, denn Bereitschaftsdienste gibt es bei der Freiwilligen Feuerwehr nicht.

Eine gewisse Wachsamkeit ist bei den Einsatzkräften nach solchen Tagen aber sicher gegeben.

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