Chronik | Oberösterreich
12.02.2017

"Die frühkindliche Förderung intensivieren und ausbauen"

Mit Christine Haberlander verstärkt eine Frau die Regierungs-Riege der ÖVP.

Die 35-jährige Christine Haberlander, bisher Mitarbeiterin für Gesundheit im Büro von Landeshauptmann Josef Pühringer, wird am 6. April Landesrätin für Gesundheit, Bildung, Kindergärten und Frauen. Sie war Landesobmannstellvertreterin in der Jungen ÖVP und ist seit 2009 Gemeinderätin in ihrer Heimatstadt Enns.

KURIER: Was dürfen die Menschen von Christine Haberlander erwarten?

Christine Haberlander: Ich bin ganz natürlich, authentisch und ehrlich.

Woher kommen Sie?

Ich bin in Enns aufgewachsen und die Ältere von zwei Töchtern. Mein Vater ist bereits verstorben, meine Mutter arbeitet bei der Oberösterreichischen Versicherung. Meine Schwester ist im technischen Bereich tätig. Nach der Matura an der Körnerschule habe ich in Linz Wirtschaftswissenschaften studiert. Während des Studiums habe ich schon beim Land OÖ zu arbeiten begonnen und ich habe parallel fertig studiert. Von 2013 bis 2015 habe ich das Vorstandsbüro in der gespag geleitet.

Familie und Freunde sind mir das Wichtigste. Meine Freizeit verbringe ich mit ihnen am liebsten. Ich gehe gerne ins Caféhaus oder ins Kino. Oder in ein Konzert.

Wer ist der Herr Haberlander?

(lacht). Den Herrn Haberlander gibt es nicht, es gibt die Christine Haberlander. Meine Familie und meine Freunde sind mir wichtig.

Sie sind für die Kindergärten zuständig. Haben Sie selbst Kinder geplant?

Ich gehe eine neue Aufgabe an, in der ich meinen vollen Einsatz bringen werde.

Es gibt mit der ehemaligen Landesrätin Doris Hummer und der Klubobfrau Helena Kirchmayr zwei Politikerinnen in der ÖVP, die im Zuge ihrer Karriere Kinder bekommen haben. Haben Sie einen Kinderwunsch?

Ich finde es voll cool, was die beiden gemacht haben. Ich finde es toll, wie gut das funktioniert und dass das möglich ist. Kirchmayr war mit ihrer Kleinen auch in der Landesparteivorstandssitzung.

Sie können sich das auch vorstellen?

Jetzt werde ich arbeiten und mich meiner neuen Aufgabe widmen.

Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Ich bin ehrlich, was in der Politik wichtig ist. Ich bemühe mich um Effizienz, ich bin pünktlich, höflich und respektvoll. Ich habe eine positive Sicht auf die Menschen und die Dinge. Ich bin etwas ungeduldig. Meine größte Schwäche ist Schokolade, die ich jeden Tag brauche.

Was hat den Ausschlag gegeben, dass sich Thomas Stelzer für Sie entschieden hat?

Ich freue mich wahnsinnig, dass er sich für mich entschieden hat. Und dass mir der Landesparteivorstand sein Vertrauen einstimmig gegeben hat. Stelzer und ich kennen uns schon lange, er kennt meine Arbeit.

Was sind Ihre Zielsetzungen in der Politik?

Konkrete Programme kann ich nicht vorlegen, bevor ich die Funktion angetreten habe. Ich kann sehr tolle Ressorts übernehmen. Das Wichtigste ist, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und dass man ihn stärkt. Ich will das Vertrauen in das Gesundheitswesen verbessern. In der Bildung geht es um die besten Chancen für unsere Kinder und um das Rüstzeug, damit sie darauf vorbereitet sind, was auf sie im Leben zukommt.

Sie werden für die Frauenagenden zuständig sein.

Es ist meine Aufgabe, die Situation für die Frauen weiter zu verbessern. Ich will das Frauenthema mit den Themen Gesundheit und Bildung verschränken. Hier können wir sicherlich Akzente und Maßnahmen speziell für junge Frauen setzen. In der Prävention, im Körperbewusstsein. Ich stehe für Selbstbestimmung von Frauen im Beruf, in der Familie und in der Gesellschaft. Die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollten ausgebaut werden. Bei der Kinderbetreuung sollte es zu einer Flexibilisierung des Angebots kommen.

Es gibt Defizite in der Kleinkinderbetreuung.

Ich werde gemeinsam mit den Eltern und den Bürgermeistern besprechen, was es braucht. Es geht um den bedarfsgerechten Ausbau. Der Kindergarten ist eine der ersten Bildungseinrichtungen.

Der Schulexperte Andreas Salcher meint, dass die entscheidenden Schritte im Kindergarten und in der Volksschule gesetzt werden.

Ich möchte die frühkindliche Förderung intensivieren und ausbauen. Sie wird ein zentraler Punkt. Talente sollen gefördert werden. Es geht darum, die Stärken so früh wie möglich zu stärken.

Wie bereiten Sie sich nun auf die neue Aufgabe vor?

Ich werde viele Gespräche führen. Ich muss mir nun mein Büro zusammenstellen. Ich habe das Glück, dass Jakob Hochgerner, der bisher Bürochef von Pühringer war, mein Büroleiter werden wird.