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Chronik Oberösterreich
04/07/2019

Der Zeck muss weg: Impfen als einziger Schutz

Der erste FSME-Fall ist da. Kinderärztin Ulrike Waltl informiert über die Impfung, Impfgegner wollen „nur das Beste für unsere Kinder“.

von Claudia Stelzel-Pröll

Früher als erwartet, wurde diese Woche die erste FSME-Infektion der aktuellen Saison in Oberösterreich gemeldet.

Aber was ist das eigentlich, FSME? Wen kann es betreffen, wer sollte sich impfen lassen und ist die Impfung sicher? Der KURIER hat bei der Impfreferentin der Ärztekammer OÖ, Dr. Ulrike Waltl, nachgefragt. Sie ist niedergelassene Kinderärztin in Bad Goisern und deswegen auch in der Praxis oft mit diesem Thema befasst.

 

 

FSME bedeutet Frühsommer-Meningo-Encephalitis, es ist eine Virus-Erkrankung des zentralen Nervensystem, die von Zecken übertragen werden kann,“ erklärt die Spezialistin.

Vergangenes Jahr gab es in ganz Österreich 154 Fälle, 56 davon in Oberösterreich. Rund ein bis zwei Prozent der Zecken (regional bis zu 10 Prozent) können nach einem Stich die Erkrankung übertragen. Sehr selten ist dies auch nach Genuss von roher Tiermilch möglich.

Zu den Fakten

Die Infektion bewirkt in der Hälfte der Fälle hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, löst aber in den anderen 50 Prozent eine Gehirnhaut- oder Gehirnentzündung aus. Diese lebensbedrohlichen Krankheiten können nicht ursächlich behandelt werden, es gibt also kein Medikament, das in kurzer Zeit eine Heilung bewirken kann. FSME ist die häufigste virale Gehirnhautentzündung des europäischen Raumes.

In ihrer Praxis ist Ulrike Waltl auch mit Impfgegnern konfrontiert: „Ich mache diesen Eltern bewusst, dass das Kind bei einer Infektion die Krankheit durchmachen muss, dass es auch schwerwiegende Komplikationen mit dauerhaften Schäden geben kann.“ Bedenken der Eltern bezüglich seltener Nebenwirkungen müssten ernstgenommen werden.

Ab dem ersten Geburtstag

Sachliche Argumente wären gefragt, um die richtige Entscheidung zum Wohl des Kindes treffen zu können: „Die in Österreich verwendeten Impfstoffe müssen zahlreiche Untersuchungen und wissenschaftliche Testverfahren durchlaufen, bis sie nach Prüfung durch die Arzneimittelbehörde zugelassen werden. Sie sind bei sehr guter Verträglichkeit für Erwachsene und Kinder ausgezeichnet wirksam“, versichert die Ärztin. Deswegen rate sie jedem, der sich gern an der frischen Luft aufhält, zur Impfung, „idealerweise startet die Grundimmunisierung - diese besteht aus drei Teilimpfungen - ab dem ersten Geburtstag.“ Alle fünf Jahre sollte eine Auffrischung stattfinden. Wichtige Info: Die Impfung schützt nicht vor Borreliose.

Wo impfen?

Bisher war es möglich, sich bei den öffentlichen Impfstellen der BHs und auch in einem der 41 oberösterreichischen GKK-Gesundheitszentren zum Preis von 17,20 Euro (für Kinder 13,20 Euro) impfen zu lassen. Damit ist ab heuer Schluss. Die OÖGKK hat die Aktion gestrichen, geimpft wird zwar weiterhin bei den Magistraten, Bezirkshauptmannschaften sowie vom Haus- oder Kinderarzt – allerdings zum teureren Preis: Die Versicherten müssen den Impfstoff selbst in der Apotheke besorgen. Dieser kostet 35,80 Euro (für Kinder 31,30 Euro). Die OÖGKK zahlt einen Zuschuss von vier Euro. Hinzu kommt noch das Honorar des Arztes von rund 16 Euro.

„Wünschenswert wäre eine Eingliederung der Zeckenimpfung ins Gratis-Impfprogramm der Kinder und Jugendlichen – hier ist die Gesundheitspolitik gefordert, eine österreichweite Lösung zu erzielen“, fordert Waltl.

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