Haben die Bullen noch immer die Nase vorn?

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Chronik Oberösterreich
04/08/2019

Börsen: Welche Trendwende?

Analyst Helmut Nuspl ist für die Aktienmärkte ungebrochen optimistisch und setzt auf neue Höchststände.

Die oft schon verzweifelt anmutende Frage mancher Spekulanten, wann denn nun mit der so oft prophezeiten Trendwende an den internationalen Aktienmärkten nach zehnjährigem Aufschwung zu rechnen sei, nimmt schon bald groteske Züge an. Da werden der Brexit, die Handelsdiskussionen zwischen den USA und China sowie die Zinspolitik in wechselseitiger Abhängigkeit wieder und wieder ins Feld geführt.

Schocks?

Doch all diese Argumente führen am eigentlichen Ziel vorbei, nämlich auf die Beantwortung der Kernfrage: „Haben wir den Höchststand an den Börsen erreicht?“ Diese Frage lässt sich nur beantworten, indem man sich mit der Börse selbst beschäftigt. Denn generell gilt, dass sich große Trendwenden vor allem aus internen Börsenrisiken ergeben. Externe Schocks wie zum Beispiel der Brexit bewirken in der Regel „lediglich“ Börsenkorrekturen.

Crash 2000

Insofern war der Technologie-Crash von 2000 nach vorhergehender Börseneuphorie ein internes Ereignis, ebenso wie die Begeisterung, die sich aus dem Immobilienboom bis 2007 mit nachfolgendem Crash (Subprime-Krise) entwickelt hatte. Die beiden genannten Ereignisse wurden von grenzenloser Euphorie der Marktteilnehmer getragen. So paradox es scheint, je mehr sich die große Mehrheit vor der Trendwende fürchtet, umso sicherer können sich Anleger fühlen.

Begeisterung

Erst wenn einem die allgemeine Begeisterung unkritisch über die Zukunft philosophieren lässt und erzielte Gewinne in die Zukunft hochgerechnet werden, ist Gefahr im Verzug. So eine Stimmung ist derzeit nicht erkennbar. Schon der US-Zukunftsforscher Herman Kahn hat einmal gemeint: „In Zeiten des Pessimismus sind Optimisten die einzigen Realisten.“ Der Aufwärtstrend an den Börsen ist intakt und wird sich wohl noch länger fortsetzen als die Mehrheit der Marktbeobachter heute glauben mag. Wir sehen demnach weiterhin Potenzial für neue Höchststände.

Autor Helmut Nuspl ist Direktor der Schoellerbank für Oberösterreich.

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