Chronik | Oberösterreich
16.11.2017

Bildungsdirektoren kommen, Präsident möchte bleiben

Landeshauptmann Thomas Stelzer ist aber auf neue Köpfe in neuen Strukturen aus.

Die bundesweite Bildungsreform bringt Bewegung in die Führungsetage der 20.000 Lehrer in Oberösterreich. Der seit 16 Jahren amtierende Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer stellt nun zwar erste Weichen für seine Nachfolge, bestätigte aber Gerüchte über seinen Abgang als Amtsführender Präsident nicht. Der 61-Jährige will sich im Jänner 2018 weiter um das Amt, das ab 2019 Bildungsdirektor heißt, bewerben.

"Ich werde aber keine Schritte ohne Absprache mit Landeshauptmann Stelzer setzen", erklärte Enzenhofer. Aus Stelzers Büro ist zu vernehmen, dass die Position des neuen gesetzlich verankerten Landesbildungsdirektors 2018 ausgeschrieben wird. Für Enzenhofer, der im Juli 2018 62 Jahre alt wird und dann pensionsberechtigt ist, dürfte noch die eine oder andere Aussprache mit Stelzer ins Haus stehen. Stelzers Linie, neue Strukturen mit neuen Köpfen zu besetzen, ist in seinem Umfeld bekannt. Das Verwirrspiel um die künftige Besetzung der Bildungsdirektion und die Zukunft des Amtsführenden Präsidenten, der immerhin ein Jahresbudget von über 1,2 Milliarden Euro zu verwalten hat, zeugt von einer gewissen Konfusität bei der Umsetzung der Bildungsreform.

Ein Zeichen für einen möglichen Nachfolger setzt Enzenhofer Ende November mit seinem Rückzug als Obmann des ÖVP-nahen, über 13.000 Mitglieder starken Christlichen Lehrerverbandes CLV. Bei der Tagung wird er den Delegierten den Bundeschef der Gewerkschaft der Pflichtschullehrer, Paul Kimberger, als seinen Nachfolger vorschlagen. Kimberger wird auch als nächster Bildungsdirektor gehandelt. "Für mich ist es eine Ehre, wenn ich zur Wahl als CLV-Obmann vorgeschlagen werde. Die Frage nach dem Bildungsdirektor stellt sich aktuell aber nicht", sagt Kimberger. Es wird aber erwartet, dass sich Kimberger im Rahmen der Ausschreibung um das neue Amt bewirbt.