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Kopfläuse
09/22/2019

Aus für das juckende Graus mit der Laus

Im Herbst werden sie vermehrt auf Kinderköpfen entdeckt. Experten erklären, was gegen die Parasiten hilft und warum sich niemand schämen muss.

von Claudia Stelzel-Pröll

Es kratzt hinterm Ohr, der Nacken juckt und auf der Kopfhaut geht es wild zu. Wenn sich Kinder vermehrt am Kopf kratzen, sollten Eltern einen genauen Blick in und unter die Haare wagen. Denn vielleicht hat das Kind ja jene unliebsamen Gäste mitgebracht, vor denen derzeit wieder in Kindergärten und Schulen gewarnt wird. Kopfläuse werden vermehrt im Herbst entdeckt. „Da kommen alle Kinder nach den Ferien wieder zusammen, haben engen Kontakt und die Läuse können so leichter von Kopf zu Kopf wandern“, erklärt Peter Kahr, niedergelassener Kinderarzt in Linz.

Ungefährlich

Studien zufolge gibt es keine saisonalen Auffälligkeiten, auch wenn das subjektive Empfinden den Schul- und Kindergartenstart im September oft mit Kopfläusen koppelt.

„Die Laus lebt vom Blut des Menschen, liebt die warme Temperatur an der Kopfhaut, vermehrt sich dort, sprich legt die Eier ins Haar.“ Das sei zwar überaus lästig, aber in Österreich nicht gefährlich, sagt Dr. Kahr: „Hier übertragen Läuse keine gefährlichen Krankheiten“. Manchmal blieben die Parasiten wochen- und monatelang unentdeckt, er selber habe in seiner Praxis schon auf Kinderköpfen Läuse entdeckt, von denen die Eltern bis dato nichts wussten.

Schnelle Ansteckung

„Sind die Läuse erstmal in einer Familie eingezogen, gilt es, alle Familienmitglieder auf einen möglichen Befall zu kontrollieren. Denn da geht es oft sehr schnell mit der Ansteckung, etwa beim Kuscheln oder beim abendlichen Bettbringen.“ Ein Vorurteil möchte Kinderarzt Kahr ausräumen: „Dass Läuse etwas mit mangelnder Hygiene zu tun haben. Das stimmt nicht, Läuse kommen in den besten Familien vor. Auch wenn sich viele Leute immer noch schämen und den Lausbefall zum Beispiel nicht in der Schule melden.“

Von selbst verabschieden sich die lästigen Viecher übrigens nicht, da muss man schon zu Hilfsmitteln greifen, etwa zu Lausshampoos oder Sprays (mehr dazu im Artikel unten). „Hausmittel haben sich nicht bewährt“, sagt Mediziner Kahr. Entscheidend sei, die Behandlung unbedingt nach 10 bis 14 Tagen zu wiederholen. „Alle Eier, die man beim ersten Mal nicht erwischt hat, sind inzwischen geschlüpft, und es muss verhindert werden, dass die Tiere neue Eier legen.“ Damit es dann endlich Aus ist mit der Laus.

Richtig handeln bei Lausbefall

Michael Weber leitet die Apotheke St. Martin in Traun und hält, wie Kinderarzt Peter Kahr, nichts von Hausmitteln gegen Kopfläuse: „Es gibt gute Shampoos oder Sprays, die  wirksam sind.“ Wichtig sei, das nasse Haar  gründlich mit einem Nissenkamm durchzukämmen, um alle Eier zu entfernen. Die Anwendung sollte nach 10 bis 14 Tagen wiederholt werden.
Das Schaufenster seiner Apotheke hat  Pharmazeut  Weber dementsprechend dekoriert, „denn im Herbst mit Schul- und Kindergartenbeginn ist die Nachfrage sehr groß.“

Keine Prophylaxe
Ist es denn möglich, sich vor einem Lausbefall zu schützen? „Studien zeigen, dass es eigentlich keine echte Prophylaxe gibt.“
Und was ist mit Bettwäsche, Hauben, Kuscheltieren? „Es gibt einen Spruch: Fällt die Laus vom Kopf herunter, ist sie nicht mehr lange munter. Sprich, Läuse brauchen den Menschen, um zu überleben.“ Theoretisch sei es deshalb nicht unbedingt nötig, Bettwäsche und Co. zu waschen, „ich empfehle es aber trotzdem, einfach zur Sicherheit.“ Hauben und Bürsten können in Plastiksackerl eingepackt und ein paar Tage lang luftdicht verschlossen werden.

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