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Chronik Oberösterreich
08/18/2019

Arbeiten in Pension attraktivieren

Josef Pühringer fordert: Die Pensionsbeiträge sollten gestrichen werden – spürbare Erhöhung für Kleinpensionisten

von Josef Ertl

Ende August beginnen die Gespräche über die Pensionserhöhungen. Sie werden diesmal von der Übergangsregierung geführt, wobei zu erwarten ist, dass diese die Parlamentsparteien einbinden wird. Das ist eine gute Ausgangslage für die Pensionisten, da die Parteien angesichts der Nationalratswahl am 29. September nicht zurückhaltend sein werden. Die 60-Plus-Generation macht beinahe schon ein Drittel der Wähler aus.

„Unser Hauptanliegen sind die Kleinpensionisten, denn sie spüren die Erhöhung der Wohn- und Lebenserhaltungskosten am deutlichsten. Gerade beim Wohnen sind die Erhöhungen über den Index hinausgegangen“, sagt Landeshauptmann a. D. Josef Pühringer, Landesobmann des Seniorenbundes.

Kleinstpensionisten

Es sei erfreulich, dass die Regierung zwei Forderungen des Seniorenbundes bereits erfüllt habe: Dass die Kleinstpensionisten mit 40 Beitragsjahren eine Erhöhung auf 1200 Euro netto bekommen haben, und dass die jährliche Inflationsbereinigung beim Pflegegeld fixiert wurde. Von den Kleinstpensionisten gebe es aber in Österreich nur 40.000. Daher sei es wichtig, dass die Kleinpensionisten mehr bekommen. Wenn man den Pensionisten die Inflation abgelten würde, so wie das im Gesetz steht, würde das 740 Millionen Euro kosten, erklärt Pühringer . „Die Regierung kann aber das auch anderes beschließen, was sie in den vergangenen Jahren immer getan hat. Wichtig ist uns, dass möglichst noch die Übergangsregierung die Erhöhung beschließt. Wenn das nicht der Fall ist, muss es die Zusage einer späteren Nachzahlung geben, was für die Kleinpensionisten nicht angenehm ist.“

Im vergangenen Jahr seien die Erhöhungen der Gehälter mit drei bis 4,5 Prozent deutlich über den Pensionserhöhungen gelegen, so Pühringer. „Ich kann mir auch eine Einschleifregelung vorstellen, dass man sagt, die Kleinpensionisten erhalten den höchsten Betrag, die großen Pensionsbezieher bekommen nur die Inflation.“

Der zweite Punkt betrifft das Dazuverdienen in der Pension. Zwei Drittel der Pensionisten könnten sich vorstellen, das sie noch das eine oder andere arbeiten. Derzeit müssen sie dafür Pensionsbeiträge zahlen. Sie sollten gestrichen werden. „Wenn ein Selbstständiger arbeitet, bleiben ihm von 1000 Euro 400. Das Arbeiten in der Pension muss attraktiv gemacht werden. Wir wollen niemandem den Arbeitsplatz wegnehmen, aber es fehlen so viele Facharbeiter, die nicht unter den Arbeitslosen sind. So können wir dem Facharbeitermangel entgegenwirken.“