Schröder: „Die Landeshymne ist ein miserables Gedicht und eine hundselendigliche
Melodie.“ 

© KURIER/Gerhard Deutsch

Dialekt-Debatte
05/05/2014

Albertina-Chef mokiert sich über Landeshymne

Oberösterreich solle es zu einer besseren Hymne bringen, meint Klaus Albrecht Schröder.

von Christoph Weiermair, Josef Ertl

Hoamatland, Hoamatland, di han i so gern! Wiar a Kinderl sein Muader, a Hünderl sein Herrn... – Diese Worte von Franz Stelzhamer und die dazugehörende Weise von Hans Schnopfhagen sind keine Musik in den Ohren von Klaus Albrecht Schröder. "Es ist ein miserables Gedicht, eine hundselendigliche Melodie. Oberösterreich sollte es zu einer besseren Hymne bringen", sagte der Direktor des Kunstmuseum Albertina in Wien in einem Interview mit der Presse.

Bei oberösterreichischen Landespolitikern stößt Schröder mit seinen Aussagen auf Unverständnis: "Dieses Urteil haben sich weder Stelzhamer noch Schnopfhagen verdient. Der ‚Hoamatgsang’ ist in Wahrheit die meistgesungene Landeshymne der Welt, weil sie ins Ohr geht. Überall, wo ich hinkomme, wird sie mit Begeisterung gesungen", sagt Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP). Den Text müsse man im historischen Kontext beurteilen. Dahoam is dahoam – so heißt es in der dritten Strophe – dürfe nicht als Ansage gegen Internationalität und Weltoffenheit gedeutet werden. Auch Pühringers Stellvertreter, SPÖ-Landesparteichef Reinhold Entholzer, möchte die Hymne nicht missen. "Ich sehe keinen Änderungsbedarf, sie gehört zu Oberösterreich dazu."

"Keine Heimatliebe"

Scharfe Worte für den Albertina-Direktor findet FPÖ-Landesobmann und Landesrat Manfred Haimbuchner: "Mir wird bei diesen Äußerungen schlecht. Ich finde es traurig, dass jemand ein so gestörtes Verhältnis zur Heimat hat. Wer seine Heimat nicht liebt, kann die Menschen nicht lieben und andere Kulturen nicht schätzen, heißt es in einem bekannten Zitat."

Schröder, der Linz als seine Heimat bezeichnet, hatte bereits Ende Februar mit einem Fernsehauftritt für Aufregung gesorgt. Im SWR-Nachtcafé erzählte er, wie er sich als Jugendlicher den oberösterreichischen Dialekt abgewöhnt hatte, weil dieser "korrumpiert" gewesen sei "durch den Missbrauch, den das Dritte Reich getrieben hat". Damit löste er einen Shitstorm aus.

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